Eine Frau trinkt Wasser aus ihren Händen

Sprudelnde Renditen zum Weltwassertag Das blaue Gold

von Notker Blechner

Stand: 22.03.2019, 17:38 Uhr

Am Freitag war der internationale Tag des Wassers. Immer noch haben über zwei Milliarden Menschen keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. Um den Mangel zu lindern, sind Milliardeninvestitionen nötig. Mit Wasserfonds können Anleger helfen, die Welt zu retten - und auch noch Geld verdienen.

Wasser wird zunehmend zum knappen Gut. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung leidet unter "Wasserstress". Sie leiden zumindest für einige Monate unter eingeschränkter Wasserversorgung. Noch schlimmer ist die Lage bei der Abwasserentsorgung. Gut 2,4 Milliarden Menschen - also gut ein Drittel der Weltbevölkerung - verfügen nicht über angemessene und saubere sanitäre Anlagen. Laut Weltwasserrat sterben täglich 4.500 Kinder an den Folgen dreckigen Wassers.

Wasserknappheit wird zum Weltproblem

1,2 Milliarden Menschen leben in Gebieten mit teilweise extremer Wasserknappheit. Länder wie Singapur oder Jordanien müssen einen Großteil ihres Wasserbedarfs importieren. Andere Länder wie Israel oder die Vereinigten Arabischen Emirate setzen vor allem auf teure Entsalzungsanlagen, um genügend Wasser zu haben.

In den nächsten Jahren könnte der flüssige Rohstoff noch knapper werden. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf über neun Milliarden Menschen steigen. Angesichts der schrumpfenden Reserven warnt die Unesco, dass dann bis zu sieben Milliarden Menschen von Wasserknappheit und -mangel betroffen sein könnten. Schon 2025 könnte die halbe Welt unter Wassermangel leiden, prognostiziert der Weltverband der Metereologen. Vereinzelt drohen Wasserkriege. China zum Beispiel versucht, aus Tibet jährlich 300 Milliarden Tonnen Wasser abzuzweigen und in den Norden umzuleiten. Das hätte verheerende Folgen für die Wasserversorgung Indiens.

Milliarden-Investitionen nötig

Um dem immer größeren werdenden Bedarf gerecht zu werden, sind Milliarden-Investitionen in die Wasserwirtschaft nötig. Nach Schätzungen von Wasserexperten müssten jährlich 80 Milliarden Dollar in den Erhalt und die Verbesserung der Wasserversorgung gesteckt werden. Schon jetzt pumpen China und Indien Milliarden in den Ausbau der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Aber auch in den Industrieländern herrscht hoher Investitionsbedarf. Die Wasser-Infrastruktur ist überaltert und muss dringend modernisiert werden. Allein in den USA versickern deswegen rund 20 Prozent des Trinkwassers. Bis zu einer Billion US-Dollar müssten dort laut Experten investiert werden.

Mit Wasserfonds können Anleger an der Lösung der Menschheitsprobleme partizipieren. Aktuell gibt es in Deutschland 17 Wasserfonds zur Auswahl. Sie verwalten laut der Ratingagentur Scope ein Vermögen von über zehn Milliarden Euro.

Wasserfonds locken mit sieben Prozent Rendite

Wie Scope ermittelt hat, lohnt sich die Anlege in das "blaue Gold". Die durchschnittliche Performance der Fonds in den letzten fünf Jahren liegt bei 7,4 Prozent pro Jahr. Am meisten Rendite brachte der Lyxor World Water ETF mit bis 10,4 Prozent pro Jahr ein. Zum Vergleich: Der MSCI World schaffte ein Plus von 10,7 Prozent.

Der mit Abstand größte Wasserfonds ist der Pictet Water mit einem Volumen von 4,4 Milliarden Euro. Seit eineinhalb Jahren ist der Fonds für neue Anleger allerdings nicht mehr frei zugänglich. Das "blaue Gold" ist zu begehrt…