Freude über die Legalisierung von Cannabis in Kanada

ETF-Porträt Cannabis-Konzerne stolpern Richtung Jahresende

Stand: 03.12.2018, 11:31 Uhr

Wie steht es derzeit um den Hype der Cannabis-Aktien – ist er etwa schon verraucht? Wir stellen Ihnen einen der wichtigsten ETFs der Branche vor, den Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF. Er basiert auf dem North American Marijuana Index.

Den höchsten Stand markierte der Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF, der auf dem „North American Marijuana Index" basiert Mitte Oktober bei 17,70 Euro. Die Euphorie für Cannabis-Aktien erreichte seinerzeit einen Höhepunkt, denn die kanadische Regierung gab am 17. Oktober den Anbau, Verkauf und Konsum von Marihuana in ganz Kanada frei. Mittlerweile ist der Kurs auf weniger als 12 Euro gefallen.

Insgesamt hat der ETF, der am 4. April 2017 aufgelegt wurde, im laufenden Jahr rund vier Prozent eingebüßt. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate legte er sogar rund 30 Prozent zu. Wer etwas länger dabei ist, hat also bei Management-Gebühren von 0,75 Prozent jährlich noch immer keinen Grund, wirklich unzufrieden zu sein.

Wie erfolgreich wird die medizinische Anwendung?   

In die Top-Ten-Aktienpositionen des ETFs  ist derzeit knapp 74 Prozent des Vermögens investiert. Die größte Position mit 11,3 Prozent (Stand: 31.10.2018) nehmen die Aktien des auch nach Marktkapitalisierung größten Marihuana-Konzerns Canopy Growth ein. Auf den weiteren vier Plätzen finden wir die vier nächstgrößeren Unternehmen mit einem Anteil von jeweils zehn Prozent, sodass 50 Prozent des Vermögens auf die fünf Branchengrößten verteilt sind. Das bedeutet, das Risiko lastet zu einem nicht unwesentlichen Teil auf wenigen Schultern.

Insgesamt sind derzeit 49 Aktien im Portfolio, die zu rund 87 Prozent dem Sektor Gesundheitswesen zuzurechnen sind. Rund 78 Prozent der Aktien stammen aus Kanada, etwas mehr als zwölf Prozent aus den USA.   

Große Erwartungen…    

Natürlich sind die Anbieter der Ansicht, dass Anleger in einen fulminanten Wachstumsmarkt investieren. Der nordamerikanische Markt soll im Jahr 2021 einen Umsatz von 24,5 Milliarden Dollar erreichen. Im Jahr 2016 waren es nach Angaben von Horizons noch 6,7 Milliarden Dollar.       

Anleger sollten aber immer im Blick behalten, dass es sich um einen sehr jungen Markt handelt, der zudem mit ziemlichen Risiken verbunden ist. Niemand weiß, wie sich die Branche entwickeln wird und ob die teils euphorischen Hoffnungen, die mit der Freigabe einhergehen, wirklich gerechtfertigt sind. Mit einer recht hohen Volatilität ist also in jedem Fall zu rechnen, zumal einige Unternehmen der Branche in der abgelaufenen Quartalssaison die mittlerweile hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnten.