Börse Shenzhen - Steigende Kurse werden rot dargestellt

Scope Fondsanalyse Hohe Volatilität bei chinesischen A-Aktien-Fonds

Stand: 09.08.2018, 13:12 Uhr

Seit Juni dieses Jahres können ausländische Investoren über den Indexanbieter MSCI endlich leichter in chinesische A-Aktien investieren, also in die Börsen in Shanghai und Shenzhen. Die Experten von Scope haben einige Fonds analysiert, die China im Angebot haben.

Die Öffnung im Juni wurde von vielen Experten gelobt als ein weiterer Schritt der Öffnung des chinesischen Marktes für die globale Finanzgemeinschaft. Die Citigroup hatte seinerzeit prognostiziert, dass jährlich 48 Milliarden Dollar in diesen Markt fließen würden.

Die Experten von Scope Research haben sich Fonds angesehen, die speziell in chinesische A-Aktien investieren. Insgesamt stünden 19 zur Auswahl, heiß es in einer aktuellen Mitteilung. Zusammen halten diese Fonds ein Vermögen von 3,3 Milliarden Euro.

„Auffällig ist das breite Performance-Spektrum auf Dreijahressicht von plus 5,8 Prozent p.a. bis zu minus 14,0 Prozent p.a.“, schreiben die Marktbeobachter. Das gehe einher mit einer vergleichsweise hohen Volatilität. „Sie liegt auf Dreijahressicht über sämtliche Fonds dieser Peergroup bei durchschnittlich 24,5 Prozent.“

An Festlandsbörsen dominieren Privatanleger

A-Aktien böten Anlegern Zugang zu Sektoren an, die an der Börse in Hong Kong bisher nur unzureichend vertreten seien, stellen die Scope-Analysten fest: „So ist das Gewicht von Industriewerten und Konsumtiteln deutlich höher als im H-Aktiensegment.“ H-Aktien sind ausschließlich Papiere chinesischer Firmen, die in Hongkong gehandelt werden.

Insgesamt stünden ausländischen Anlegern derzeit 578 Aktien in Shanghai und 863 in Shenzhen gelistete Firmen zur Verfügung. In Hong Kong seien laut Scope institutionelle Investoren aus dem Ausland die größte Anlegergruppe, die chinesischen Festlandsbörsen in Shanghai und Shenzhen würden vorwiegend von chinesischen Privatanlegern getrieben.

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Chinesische Aktien: A, B oder H? Chinas Börsenwelt

A-Aktien

Nur in Renmimbi, nur auf dem Festland
Es gibt drei verschiedene chinesische Aktiensorten. A-, B- und H-Aktien. A-Aktien sind am stärksten vertreten. Sie werden an den Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen gehandelt und sind in Renminbi notiert, der chinesischen Volkswährung. Ursprünglich waren A-Aktien nur für Chinesen verfügbar. Mittlerweile dürfen auch institutionelle Investoren aus dem Ausland handeln. Aber es gibt nach wie vor Beschränkungen. Anleger müssen eine entsprechende Qualifikation haben. De facto haben also nur Großinvestoren Zutritt. Es gibt aber auch ETF-Produkte auf A-Aktien.