Eine Hand hält verschiedenen Lira-Scheinen

Türkische Lira nach Zinsentscheid auf Rekordtief

Stand: 22.10.2020, 14:14 Uhr

Die türkische Zentralbank verzichtet entgegen der Erwartungen von Investoren vorerst auf eine weitere Zinserhöhung zur Stabilisierung der Landeswährung Lira. Sie beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag bei 10,25 Prozent. Experten hatten mit einer Erhöhung um 1,75 Prozentpunkte gerechnet.

Das setzt postwendend die Landeswährung Lira unter Druck, die auf ein neues Rekordtief von 7,95 Lira pro Dollar und 9,40 Lira pro Euro fällt. Die Lira hat seit Jahresanfang knapp ein Viertel ihres Werts zum Dollar eingebüßt: Seit dem Sommer fällt die Devise von Rekordtief zu Rekordtief.

Treiber des freien Falls ist die auf zweistellige Prozentwerte gestiegene Inflationsrate. Auch die stark geschmolzenen Währungsreserven des Landes haben die Talfahrt der Lira beschleunigt. Zudem lasten Spannungen im Verhältnis zur EU und den USA sowie die Sorge über mögliche Sanktionen auf der Währung des Schwellenlandes. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist zudem ein erklärter Zinsgegner.