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Anlegerschutz SEC warnt vor ICOs

Stand: 06.11.2017, 14:46 Uhr

Der Bitcoin hat eine neue Rekordmarke geknackt und nimmt Kurs auf die 8.000 Dollar. Die weltweit größte digitale Währung erlebt einen Rausch – das ruft Nachahmer auf den Plan. Die US-Aufsichtsbehörde SEC warnt Anleger vor Investitionen in neue Kryptowährungen.

In einem Statement vom 1. November warnt die SEC vor Investitionen in Unternehmen, die sich durch ICOs finanzieren. Die Vorgehensweise sei rechtlich nicht einwandfrei und verstoße gegen Wertpapiergesetze.

Durch ICOs können Start-ups den üblichen Kapitalbeschaffungsprozess durch Risikokapitalgeber und Banken geschickt umgehen. Das macht es gerade für noch junge Unternehmen beliebt. Laut einem Bericht der "New York Times" sollen rund 270 Unternehmen die Finanzierungsmethode genutzt und so allein in diesem Jahr über drei Milliarden Dollar eingenommen haben.

Was ist ein ICO?

Das sogenannte „Initial Coin Offering“ (kurz ICO) ist eine neue Methode der Kapitabeschaffung basierend auf der Blockchain-Technologie. Unternehmen verkaufen dabei eine eigene virtuelle Währung an Investoren, die im Gegenzug mit echtem Geld für die neue Währung zahlen und darauf hoffen, dass die Kryptowährung im Wert steigen wird.

In den USA waren ICOs in den letzten Monaten ins Rampenlicht gerückt. Zahlreiche Prominente warben für Start-ups, die sie zuvor durch ICOs finanziert hatten. Boxer Floyd Mayweather, Rapper DJ Khaled und Hotelerbin Paris Hilton machten auf ihren Kanälen in den Sozialen Netzwerken unter anderem Werbung für die Unternehmen "Centra Tech" und "LydianCoin".

Centra Tech verkauft Debitkarten für seine eigene Kryptowährung "Centra tokens". Durch ein ICO sammelte es rund 30 Millionen Dollar ein. Bereits im Juli kritisierte die SEC das Unternehmen und sprach von Gesetzesverstößen. Zahlreiche Unternehmen, die ICOs nutzen, halten nicht, was sie versprechen. Für Investoren fehlt es an Sicherheit.

In einem "Investor Alert" warnt die SEC zudem Anleger vor Investitionen in Unternehmen mit der neuen Finanzierungsmethode. Investoren sollen zunächst mehr über die prominenten Werbeaktionen herausfinden.

"Stars können, wie jeder andere auch, unwissentlich zu einer kriminellen Handlung geködert worden sein", so die SEC. Sie will ICOs nun im Auge behalten, um Investoren zu schützen und die Einhaltung der Wertpapiergesetze sicherzustellen.

Die aktuelle Warnung richtet sich auch an die Werbenden selbst. Wer nicht angibt, für die Promotion eines ICOs entlohnt worden zu sein, handle gesetzeswidrig. Einige Prominente löschten daraufhin ihre Werbe-Posts.

jz