Eine Hand hält verschiedenen Lira-Scheinen

Überraschender Schritt Lira springt nach Zinserhöhung nach oben

Stand: 24.09.2020, 14:24 Uhr

Die türkische Lira befindet sich seit Jahren in einem Abwärtstrend. Nun hat die Notenbank überraschend gegengesteuert und den Leitzins erhöht.

Die türkische Notenbank erhöhte den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld um 200 Basispunkte auf 10,25 Prozent. Das ist die erste Zinserhöhung seit rund zwei Jahren.

Seit 2019 hatte die türkische Notenbank den Leitzins in einer Reihe von Schritten von 24 Prozent auf nur noch 8,25 Prozent gesenkt - auch auf politischen Druck der türkischen Regierung. Dafür erhielt er eine Menge Beifall von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der die unorthodoxe ökonomische Theorie vertritt, niedrigere Zinsen führten zu einer geringen Inflation.

In diesem Jahr hat die Lira gegenüber dem Dollar bereits 23 Prozent an Wert eingebüßt. Eine hohe Inflation von 11,8 Prozent im August und geschröpfte Devisenreserven der Zentralbank setzen der Landeswährung zu. Dazu kommt die steigende Nachfrage der Türken nach harten Devisen. Nur drei von 17 befragten Volkswirten hatten mit einer Zinserhöhung gerechnet. Die Lira zog nach dem Beschluss zum Dollar auf 7,5600 an von zuvor rund 7,71.

Schwierige Gemengelage

Die Türkei wird neben der hohen Inflationsrate durch die schwache heimische Währung auch von einer tiefen Wirtschaftskrise heimgesucht. Der für die Konjunktur sehr wichtige Tourismus leidet wegen ausbleibender internationaler Gäste aufgrund der Corona-Pandemie massiv.

ME/dpa/rtr