Leonardo DiCaprio spielt den Betrüger Jordan Belfort. Still aus dem Kinofilm „Wolf of Wall Street“.

Börsengänge mit Cyberwährungen Wolf of Wall Street: "Größter Betrug aller Zeiten"

Stand: 23.10.2017, 11:58 Uhr

Jordan Belfort muss es eigentlich wissen: Der verurteilte Kapitalmarktbetrüger und ehemalige Aktienhändler hält Börsengänge mit Kunstwährungen für "Schlimmer als alles, was ich je gemacht habe".

Das Leben des umtriebigen Aktienhändlers wurde im Film "The Wolf of Wall Street" von Regisseur Martin Scorsese mit Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle verfilmt. Belfort machte in den 1980er Jahren Millionengewinne mit dem Verkauf von "Schrottaktien" (Pink Sheets) und wanderte dafür für mehrere Jahre hinter Gitter. Belfort lebt heute von Motivations-Coachings, hat aber offenbar noch einen wachen Blick auf die Kapitalmärkte anno 2017.

"Größte Abzocke aller Zeiten"

Vor allem die ICOs (so genannte Initial Coin Offerings) sind ihm offenbar äußerst suspekt. Dabei werden Geldgebern bei einer Art virtuellem Börsengang statt Aktien Anteile einer eigens geschaffenen Cyber-Währung zugeteilt. Der Anleger hofft hier auf einen ähnlichen Aufschwung des finanzierten Unternehmens und "seiner" Währung wie bei Bitcoin & Co.

Was ist ein ICO?

Das sogenannte „Initial Coin Offering“ (kurz ICO) ist eine neue Methode der Kapitabeschaffung basierend auf der Blockchain-Technologie. Unternehmen verkaufen dabei eine eigene virtuelle Währung an Investoren, die im Gegenzug mit echtem Geld für die neue Währung zahlen und darauf hoffen, dass die Kryptowährung im Wert steigen wird.

Belfort findet deutliche Worte für die neue "Masche" bei der Kapitalbeschaffung: "Das ist die größte Abzocke aller Zeiten! Es ist solch ein gigantischer Betrug, der vor so vielen Anlegern explodieren wird. Das ist viel schlimmer als alles, was ich jemals getan habe."

AB