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Direkter Handel geplant? Goldman will ins Bitcoin-Geschäft

Stand: 04.10.2017, 10:45 Uhr

Die US-Investmentbank sendet eine kleine Schockwelle ins Finanz-Establishment. Laut einem Medienbericht prüft das Unternehmen, den Handel von Kryptowährungen für Kunden anzubieten. Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein zeigt sich in einem Twitter-Statement offen.

Der Bankmanager verwies sogar darauf, dass einst bei der Verdrängung des Goldes durch Papiergeld ebenfalls große Skepsis geherrscht habe - eine Äußerung, die fast schon als Adelung der Kunstwährung verstanden werden kann. Er selbst sei noch zu keiner "beschließenden Bewertung" von Bitcoin gekommen, so Blankfein weiter.

"Interesse von Klienten bedienen"

Sein Unternehmen prüft derzeit laut einem Bericht des "Wall Street Journal" durchaus ernsthaft, den direkten Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen einzuführen. Das Engagement befinde sich in einer frühen Phase. Goldman erkunde derzeit, wie man das "Interesse von Klienten an digitalen Währungen am besten bedienen" könne.

Ein Einstieg der renommierten Investmentbank in den Bitcoin-Handel dürfte der Währung gewissermaßen einen Ritterschlag geben. Derzeit können Bitcoin vor allem über spezialisierte Handelsplätze oder über Derivate wie CFDs gehandelt werden, allerdings bislang noch zu hohen Kosten.

Gestapelte Bitcoin-Münzen
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Bitcoin - was ist das?

JPMorgan gegen Morgan Stanley

Die Äußerungen Blankfeins stehen auch in starkem Kontrast zu denen von Jamie Dimon, Chef des Konkurrenten JPMorgan. Dieser hatte vor wenigen Wochen Bitcoins noch als "Betrug" bezeichnet und damit den Kurs der Währung leicht unter Druck gebracht. Rückendeckung bekam die Währung dagegen wiederum durch ein Statement des Morgan-Stanley-Chefs James Gorman. Der hatte vor wenigen Tagen Bitcoin attestiert, "mehr als nur eine Modeerscheinung" zu sein.

IWF sieht Chancen für Kryptowährungen

Vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kamen am Freitag ebenfalls positive Einschätzungen zum Phänomen Bitcoin. IWF-Chefin Christine Lagarde hält es danach für möglich, dass Kryptowährungen sogar eine höhere Stabilität aufweisen könnten als klassische Währungen. Aktuell seien Bitcoin & Co. aber noch keine Alternativen für diese Währungen.

Der Kurs des Bitcoin notierte am Mittwoch mit rund 4.300 Dollar leicht über Vortagesniveau, der Höchststand wurde Anfang September mit fast 5.000 Dollar erreicht. Deutliche Wertzuwächse verzeichnet die Konkurrenz-Währung Ethereum, die mit 294 Dollar knapp 1,5 Prozent zulegt.

AB