Eine Hand hält eine Bitcoin-Münze

Nächster Quantensprung? Future auf Bitcoin wird konkret

Stand: 09.11.2017, 16:01 Uhr

Die Kryptowährung wird immer mehr zum Objekt der Begierde auch für Großinvestoren. Die renommierte Terminbörse CME plant nun einen Terminkontrakt auf Bitcoin aufzulegen - und ist in der Planung bereits sehr detailliert geworden.

Auf der Internet-Seite der CME (Chicago Mercantile Exchange) sind bereits die "Spezifikationen" für einen Bitcoin-Future angegeben. Dazu gehören die Kontraktgröße ebenso wie die Handelszeiten und die Intervalle für den Terminkontrakt. So soll ein Bitcoin-Future einen Lieferanspruch auf von fünf Bitcoin umfassen, nach derzeitigem Bitcoin-Preis also einen Gegenwert von knapp 25.000 Dollar haben.

Ein (fast) normaler Future-Kontrakt

Die minimale Preisveränderung wird dabei fünf Dollar betragen, deutlich mehr also als etwa bei Futures auf Indizes wie den Dax oder den Dow Jones, wo minimale Preisveränderungen von einem halben Indexpunkt möglich sind. Die Futures sollen Laufzeiten wie ähnliche Kontrakte auf Aktienindizes, Gold oder Öl haben und jeweils in den Monaten März, Juni, September und Dezember auslaufen.

Die CME hat bereits einen Echtzeit-Index auf Bitcoin auf ihrer Seite installiert und bietet Interessenten an, sich zu registrieren, um zu erfahren, wann der Bitcoin-Future wirklich an den Start geht. Die Basis dieses Index' ist ein Referenzkurs (Bitcoin Reference Rate, BRR), den die Börse zusammen mit der Handelsplattform für Kryptowährungen, Crypto Facilities, feststellt.

Bessere Handelbarkeit, weniger Schwankungen?

Sollte die CME die Zustimmung der Börsenaufsicht für ihre Pläne erhalten und den Future bis zum Jahresende einführen, könnte der Bitcoin-Kurs seinen Höhenflug möglicherweise noch beschleunigen. Bereits die Ankündigung der Terminbörse hatte am Freitag zu einem Anstieg der Cyber-Währung auf ein Rekordhoch bei 7.500 geführt. Mit einem Future auf den Bitcoin hätten Banken und andere Finanzinstitutionen die Möglichkeit, stärker in den Handel einzusteigen. Zugleich könnten durch die bessere Handelbarkeit allzu heftige Schwankungen beim Bitcoin-Preis eindämmt werden.

Laut Timo Emden, Marktanalyst bei IG Markets, geht in Finanzkreisen offenbar die Vorstellung um, dass der Bitcoin mit der Einführung des Terminhandels eine neue Assetklasse wie Aktien, Devisen und Rohstoffe werden könnte. Damit hätte die Kunstwährung einen Quantensprung geschafft.

SegWit2x sorgt für Ärger

Der Kurs des Bitcoin hat sich derweil wieder von seinem Höchststand ein gutes Stück entfernt und liegt nur noch bei 7.100 Dollar. Aktueller Anlass des Rückgangs ist, dass ein technisches "Upgrade" für Bitcoin erst einmal vertagt wurde. Das für Mitte November geplante Update "SegWit2x" hat keine ausreichende Unterstützung erhalten und wurde vorerst vertagt. SegWit2x sollte Bitcoin technisch verbessern und Mitte November in Kraft treten. 

AB