Eine Hand hält eine Bitcoin-Münze

Aufsichtsbehörde gibt grünes Licht Der Bitcoin-Future kommt

Stand: 01.12.2017, 14:45 Uhr

Noch vor dem Jahreswechsel ist die Finanzwelt um ein spektakuläres und hoch spekulatives Produkt reicher: Die Chicagoer Terminbörse CME führt im Dezember einen Future-Terminkontrakt auf die Cyber-Währung ein - Schockwellen sind nicht ausgeschlossen.

"Streichen Sie das Datum in Ihrem Kalender an", schreibt die CME (Chicago Mercantile Exchange) am Freitagnachmittag in einer Mitteilung an Interessenten und die Öffentlichkeit. Am 18. Dezember startet der Handel mit dem neuen Bitcoin-Future. Er basiert auf einem bereits seit einem Jahr getesteten Referenzkurs BRR. Inzwischen hat die für den Terminmarkt zuständige Aufsichtsbehörde CFTC das Vorhaben genehmigt.

Die "Spezifikationen" für einen Bitcoin-Future hatte die CME bereits vor einigen Wochen angegeben. Dazu gehören die Kontraktgröße ebenso wie die Handelszeiten und die Intervalle für den Terminkontrakt. So soll ein Bitcoin-Future einen Lieferanspruch auf fünf Bitcoin umfassen, nach derzeitigem Bitcoin-Preis also einen Gegenwert von knapp 25.000 Dollar haben.

Ein (fast) normaler Future-Kontrakt

Die minimale Preisveränderung wird dabei fünf Dollar betragen, deutlich mehr also als etwa bei Futures auf Indizes wie den Dax oder den Dow Jones, wo minimale Preisveränderungen von einem halben Indexpunkt möglich sind. Die Futures sollen Laufzeiten wie ähnliche Kontrakte auf Aktienindizes, Gold oder Öl haben und zum Start in den Monaten Januar, Februar, März und Juni auslaufen.

Bessere Handelbarkeit, weniger Schwankungen?

Die Einführung des Futures zum Jahresende könnte den Bitcoin-Höhenflug möglicherweise noch beschleunigen. Bereits die Ankündigung der Terminbörse hatte vor einigen Wochen zu einem Anstieg der Cyber-Währung auf ein Rekordhoch bei geführt. Am Freitag ging es am Nachmittag deutscher Zeit wieder mit Schwung über die Hürde von 10.000 Dollar. Mit einem Future auf den Bitcoin hätten Banken und andere Finanzinstitutionen die Möglichkeit, stärker in den Handel einzusteigen. Zugleich könnten durch die bessere Handelbarkeit allzu heftige Schwankungen beim Bitcoin-Preis eingedämmt werden.

ETF als nächster Schritt?

Dieser Quantensprung könnte einen weiteren Schritt einleiten, mit dem auch andere Anleger in den Bitcoin investieren können. Ein Indexfonds (ETF, Exchange Traded Fund) wäre ein solches Anlageprodukt. Bereits seit mehreren Jahren versuchen die Winklevoss-Brüder, die einst mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg um die Gründung des Sozialen Netzwerkes gestritten hatten, einen solchen ETF aufzulegen. Im Frühjahr 2017 war die Zulassung jedoch durch die US-Börsenaufsicht SEC abgelehnt worden.

Die Chancen, einen Indexfonds zu etablieren, stehen nach Expertenmeinung nun aber anders, wenn es mit einem handelbaren Future an der Terminbörse eine Art verlässliches „Barometer“ für den Bitcoin-Kurs gibt. In den vergangenen Tagen haben mehrere ETF-Gesellschaften Fonds auf die Krypto-Währung angemeldet. Die Anbieter scharren also bereits mit den Hufen. Der Bitcoin als Anlageprodukt für Profis, aber auch private Anleger, könnte also schon sehr bald Realität sein.

AB