Größer werdende Eurozeichen und Aufwärtspfeil, davor Dollarzeichen

Aufregung am Devisenmarkt Der Euro schießt nach oben

Stand: 02.01.2018, 14:48 Uhr

In den vergangenen Tagen machte der starke Euro die Hoffnungen auf eine Weihnachtsrally zunichte, jetzt verdirbt die Gemeinschaftswährung auch noch den Jahresstart. Was ist da eigentlich gerade los?

Ziemlich dynamisch scheint der Euro derzeit Kurs auf die runde Marke von 1,21 Dollar zu nehmen – so hoch hatte die Gemeinschaftswährung zuletzt vor rund drei Jahren notiert. Der Euro stieg auf 1,2082 Dollar und blieb damit nur knapp unter dem im September erreichten Jahreshoch von 2017. Das lastet auf dem Dax. Für Chris Weston, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses IG, sind Spekulationen auf langsamere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed die Ursache für die Kursgewinne. Investoren sähen die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts im März bei lediglich 68 Prozent, so Weston. Außerdem rechneten sie statt der von der Fed signalisierten drei Anhebungen 2018 lediglich mit zweien.

Die wachsende Zinsschere zwischen USA und der Eurozone galt bislang als Argument dafür, dass der Dollar in den kommenden Monaten tendenziell an Stärke zunehmen sollte. Am morgigen Mittwoch werden die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung publiziert. Gut möglich, dass die Anleger darin Hinweise über die künftig zu erwartende Zinspolitik finden werden.

Die Wirtschaft läuft auf Hochtouren

Ein weiterer Grund für die Eurostärke ist Fachleuten zufolge die robuste Konjunktur in der Eurozone. Auch die Wachstumsaussichten für das neue Jahr überzeugen, finden viele Experten. Unterstützt wurde diese Einschätzung durch neue Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der vom Institut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex stieg nach Zahlen vom Dienstag auf den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1997. Der Indikator weist einen recht hohen Gleichlauf mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung auf.

Auch die deutsche Konjunktur-Lokomotive bleibt nach Experten-Prognosen 2018 kräftig unter Dampf. Sollte sich an den jetzigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nichts grundlegend ändern, werde die Wirtschaft im kommenden Jahr mehr als zwei Prozent wachsen, so die Prognosen von Volkswirten in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Allianz-Volkswirt Rolf Schneider meinte: "Wir sind auf dem Weg in eine Hochkonjunktur, wie wir sie lange nicht hatten."

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
1,1315
Differenz relativ
-0,26%

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass auch am Devisenmarkt viele Marktteilnehmer noch in den Ferien sind, sodass kleinere Orders größere Wirkung haben. Denn rein mit fundamentalen Argumenten lässt sich die aktuelle Dynamik kaum erklären. Sollte der Euro das Jahreshoch bei 1,2092 Dollar übersteigen, dürften es aus charttechnischer Sicht aber vermutlich weiter nach oben gehen.

ts