Grinsender Donald Trump

Viele neue Schulden in Sicht Donald Trump schert sich nicht um den Dollar

Stand: 13.02.2018, 11:42 Uhr

Donald Trump klotzt nicht, er kleckert. Sein jetzt vorgelegter Haushaltsentwurf für 2019 ist zwar erst mal nur ein Wunschkatalog; den Dollar aber lassen seine Vorstellungen nicht kalt.

Denn die Weltleitwährung neigt mal wieder zur Schwäche. Am Morgen fällt der Greenback gegen den Euro auf aktuell 1,2344 Dollar zurück. Er reagiert damit auf die Vorstellung des Haushaltsentwurfs von Präsident Donald Trump für das kommende Jahr. Dessen Vorstellungen würden nämlich zunächst eines bedeuten: Massenweise neue Schulden.

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"Dass der Greenback kleinere Brötchen backt, ist vor dem Hintergrund des von US-Präsident Trump vorgelegten Haushaltsentwurfs für 2019, der mit einer deutlichen Ausweitung der Staatsverschuldung einhergehen soll, wenig verwunderlich", schreiben die Experten der DZ-Bank in einem Kommentar.

Immer mehr Billionen Schulden

Die Zahlen haben es in sich. Immerhin 4,4 Billionen Dollar ist der Etatentwurf schwer, den der Präsident da dem Kongress vorgestellt hat. Zwar sollen für die Ausgabenorgien unter anderem für das Militär und Infrastrukturinvestitionen im Gegenzug Sozialprogramme gestrichen werden - über eine Zeitraum von zehn Jahren würde aber die Schuldenlast trotzdem um sieben Billionen Dollar steigen. Und diese Schuldenlast ist schon jetzt mit über 20 Billionen Dollar riesig.

Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington

US-Notenbank Fed in Washington. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Übermäßig hohe Defizite aber belasten laut Lehrbuch den Staatshaushalt, höhlen damit die Stabilität einer Volkswirtschaft aus und schieben die Inflation an. Schon lange warnen Ökonomen vor den Schuldenorgien der USA. Ohne das sich wirklich etwas geändert hätte, auch die Vorgänger von Donald Trump haben stets kräftig auf Pump gelebt. Solange der Dollar aber als Weltleitwährung überall gerne genommen wird, scheint das Risiko für Amerikas Politiker kalkulierbar.

Gegenspieler Fed

Zum größten Gegenspieler des Präsidenten könnte nicht nur der Kongress werden (der die Haushaltshoheit hat und Trumps Vorstellungen schon als "Science Fiction" bezeichnet hat), sondern gerade auch die Notenbank. Die Inflation zieht bereits an und die Fed ist daher bereits mittendrin im Zinserhöhungszyklus. Was bedeutet, das neues Gelddrucken für die Regierung immer teurer wird - schon jetzt rentieren zehnjährige Staatsanleihen mit über 2,8 Prozent.

Donald Trump erkennt mit dem Haushaltsentwurf zudem etwas an, was er bisher stets bestritten hat. Dass seine Steuerreform mit ihren radikal gesenkten Steuersätzen sich langfristig eben doch negativ auf die Staatsfinanzen auswirkt. Die Devisen- aber auch der Kreditmärkte scheinen angesichts dieser Entwicklung vorsichtiger zu werden. Sie sind und bleiben der unbestechliche Wächter politischer (Fehl)-Entwicklungen, wenn es derzeit auch "nur" Wunschvorstellungen sind.

rm