Bitcoin Futures

Zulassung als Anlageform Quantensprung für den Bitcoin?

Stand: 21.11.2017, 16:01 Uhr

Die Kunstwährung Bitcoin wird immer mehr zum Objekt der Begierde - auch für Anleger und Investoren. Bislang kann man nur auf bestimmten Handelsplätzen in die Währung investieren und auf einen weiteren Wertzuwachs spekulieren. Das könnte sich aber bald ändern.

Ein Raunen ging Ende Oktober durch den Finanzmarkt, als die renommierte Terminbörse CME (Chicago Mercantile Exchange) ihren Plan vorstellte: Am 11. Dezember soll ein erster „Future“ auf den Bitcoin gehandelt werden. Die Terminkontrakte bilden üblicherweise Preise auf Aktienindizes oder Rohstoffe wie Öl oder Gold ab. Mit ihnen sichern sich Großunternehmen gegen Schwankungen am jeweiligen Markt ab. So versuchen beispielsweise Fluggesellschaften, über Futures den Preis für Öl und damit für Kerosin stabil und kalkulierbar zu halten.

Was ist ein "Future"?

In Bezug auf Menge, Qualität und Liefertermin standardisierter Terminkontrakt. Eine Vertragspartei verpflichtet sich hierbei, eine definierte Menge z.B. eines Finanztitels zu einem festgesetzten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt in festgelegter Qualität an einen bestimmten Ort zu liefern. Die andere Vertragspartei verpflichtet sich zur Abnahme. Man unterscheidet zwischen Financial Future (Finanzterminkontrakt) und Commodity Future (Warenterminkontrakt).

Futures werden aber auch von Profis wie Investmentbanken oder Hedgefonds als Anlage- und Spekulationsobjekt genutzt.

Investmentbanken wollen einsteigen

Die hohe Nachfrage von solchen Akteuren hat die Terminbörse bewogen, einen Bitcoin-Future aufzulegen. US-Investmentbanken wie Goldman Sachs hatten zuvor angekündigt, in den Handel mit der Krypto-Währung einsteigen zu wollen. Allerdings steht das Projekt noch unter dem Vorbehalt der Terminbörsenaufsicht.

Sollte die CME diese Zustimmung für ihre Pläne erhalten und den Future im Dezember einführen, könnte der Bitcoin-Kurs seinen Höhenflug möglicherweise noch beschleunigen. Bereits die Ankündigung der Terminbörse hatte Anfang November zu einem Anstieg des Bitcoin-Kurses auf ein Rekordhoch geführt.

Weniger Preis-Kapriolen?

Mit einem Future auf den Bitcoin hätten Banken und andere Finanzinstitutionen die Möglichkeit, stärker in den Handel einzusteigen. Zugleich könnten durch die bessere Handelbarkeit allzu heftige Schwankungen beim Bitcoin-Preis eindämmt werden.

Laut Timo Emden, Marktanalyst bei IG Markets, geht in Finanzkreisen offenbar die Vorstellung um, dass der Bitcoin mit der Einführung des Terminhandels eine neue Assetklasse wie Aktien, Devisen und Rohstoffe werden könnte. Damit hätte die Kunstwährung einen Quantensprung geschafft.

Indexfonds für den „Massenmarkt“

Dieser Quantensprung könnte einen weiteren Schritt einleiten, mit denen auch andere Anleger in den Bitcoin investieren können. Ein Indexfonds (ETF, Exchange Traded Fund) wäre ein solches Anlageprodukt.

Bereits seit mehreren Jahren versuchen die Winklevoss-Brüder, die einst mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg um die Gründung des sozialen Netzwerkes gestritten hatten, einen solchen ETF aufzulegen. Im Frühjahr 2017 war die Zulassung jedoch durch die US-Börsenaufsicht SEC abgelehnt worden.

Die Chancen, einen Indexfonds zu etablieren, stehen nach Expertenmeinung aber anders, wenn es mit einem handelbaren Future an der Terminbörse eine Art verlässliches „Barometer“ für den Bitcoin-Kurs gibt. In den vergangenen Tagen haben mehrere ETF-Gesellschaften Fonds auf die Krypto-Währung angemeldet. Die Anbieter scharren also bereits mit den Hufen. Der Bitcoin als Anlageprodukt für Profis, aber auch private Anleger, könnte also schon sehr bald Realität sein.

AB