Brtische Pfundnoten

Unsicherheit über den Brexit-Kurs Britisches Pfund stürzt immer tiefer

Stand: 03.09.2019, 12:02 Uhr

Das Brexit-Chaos zieht das britische Pfund immer weiter nach unten. Am Dienstag fällt es auf den tiefsten Stand seit Anfang 2017. Wegen des drohenden Machtkampfs im Parlament befürchten Anleger Neuwahlen.

High Noon in London: Am Dienstag will sich eine Gruppe von Parlamentariern gegen den harten Brexit-Kurs von Premierminister  Boris Johnson stellen. Mit einer Gesetzesinitiative soll eine erneute Verschiebung des Brexit-Termins erzwungen werden. Johnson droht mit Neuwahlen, sollte das Parlament gegen seine Brexit-Strategie stimmen.

Pfund unter 1,20 Dollar

Die politische Unsicherheit auf der Insel schadet dem britischen Pfund. Bis zum Dienstagmittag fällt es erstmals seit Januar 2017 auf unter 1,20 Dollar. Seit Wochen befindet sich das Pfund auf Talfahrt. Anfang Mai hatte die Währung noch elf Cent höher gelegen. Seit Jahresbeginn hat das Pfund sechs Prozent zum US-Dollar eingebüßt.

Boris Johnson

Boris Johnson. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

"Brexit-Boris setzt das Pfund matt", meint Marktanalyst Salah Bouhmidi von IG Markets. "Der Scheidungstag rückt immer näher." Marktteilnehmer realisierten nun, dass es tatsächlich zu einem sehr chaotischen und teuren Austritt der Briten kommen könne.

Rutscht Großbritannien in die Rezession?

Der Brexit hinterlässt zunehmend Spuren in der britischen Wirtschaft. Der gestern veröffentlichte Einkaufsmanagerindex in der Industrie sackte im August auf den niedrigsten Stand seit Juli 2012.

Ein No-Brexit-Deal könnte Großbritannien in die Rezession stürzen. Im zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent. 46 Prozent aller britischen Exporte gehen in die EU.

Schreckgespenst Corbyn

Jeremy Corbyn bei einer Wahlveranstaltung

Jeremy Corbyn. | Bildquelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Noch mehr als einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU fürchten Anleger und Unternehmer eine Übergangsregierung unter Führung von Labour-Chef Jeremy Corbyn. Er will Johnson per Misstrauensvotum stürzen. Corbyn gilt in der City als Schreckgespenst. Der Labour-Anführer möchte große Teile der britischen Wirtschaft, vor allem die Energiekonzerne verstaatlichen und zehn Prozent des Kapitals von Konzernen enteignen.

nb