Gestapelte Bitcoin-Münzen
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BIZ spielt Vor- und Nachteile durch Bitcoins von der Notenbank?

Stand: 18.09.2017, 11:52 Uhr

Zocker-Blase oder Währung der Zukunft? Bei Anlegern und Experten gehen die Meinungen zu Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum weit auseinander. Ausgerechnet die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die "Bank der Zentralbanken" (BIZ), erwägt einen Einstieg ins dubiose Geschäft.

So richtig festlegen will sich die BIZ in einer aktuellen Studie nicht, so Kunst- oder Kryptowährungen sinnvoll oder Unsinn sind. Allein die Fragestellung, mit der sich die Bank, die auch als Denkfabrik des internationalen Notenbankensystems gilt, beschäftigt hat, lässt aber aufhorchen: Sollen Zentralbanken eigene Digitalwährungen wie Bitcoin herausgeben?

Weniger Schwankungen - erwünscht?

Was wie ein Tabubruch klingt - schließlich verweigern die meisten Notenbanken Bitcoin & Co. das Recht, sich überhaupt als Währung zu bezeichnen - ist eine nüchterne Bestandsaufnahme der Vor- und Nachteile "staatlicher", von Zentralbanken geschaffener und verwalteter Kryptowährungen.

Ein Vorteil eines solchen "Zentralbank-Bitcoins" leuchtet unmittelbar ein: Die Schwankungen, wie sie gerade in den vergangenen Tagen zu beobachten waren, würden "vermutlich", so die BIZ, deutlich geringer ausfallen. Für den Zahlungsverkehr, aber auch den Handel mit Bitcoins wäre das wohl für die allermeisten Nutzer ein klares Plus.

Laut der BIZ ließen sich aber auch ganz handfeste Interessen der Notenbank mit einer Kryptowährung besser durchsetzen: So würde es für Anleger schwerer, wenn nicht gar unmöglich, Negativzinsen zu umgehen, wenn sie zugleich Zentralbankgeld halten würden. Der Grund ist denkbar einfach: Wenn es kein Bargeld mehr gibt, können Bürger oder Unternehmen es auch nicht mehr horten.

Anonymität - gut und schlecht

Auch die Nachteile eines Zentralbank-Bitcoins sind nicht von der Hand zu weisen. Ein Bank-Run, bei dem Sparer im Krisenfall ihre Gelder aus Bankinstituten abziehen, würde etwa erleichtert werden. Denn in Sekundenschnelle könnten diese Einlagen in die Kryptowährung der Notenbanken eingetauscht werden.

In der Frage der hohen Anonymität im Zahlungsverkehr mit dem Kunstgeld ist sich die BIZ nicht sicher, ob dies günstig oder weniger wünschenswert wäre. Einerseits sei die direkte Transaktion zwischen Sender und Empfänger (Peer-to-peer) ohne Zugriff von Dritten sicherer gegen Straftaten wie den Identitätsdiebstahl. Die Möglichkeit, Zahlungen etwa gegenüber dem Finanzamt geheimzuhalten, mache aber auch kriminelle Aktivitäten wie Steuerbetrug potenziell leichter.

AB

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