Eine Hand hält eine Bitcoin-Münze

6.000 Dollar Bitcoin nimmt die nächste Hürde

Stand: 23.10.2017, 10:31 Uhr

Der Hype um die Kunstwährung nimmt kein Ende. Am Samstag wurde mit 6.178 Dollar der bislang höchste Kurs für einen Bitcoin festgestellt. Weder Kritik von Notenbankern noch aus der Finanzszene scheint den Run derzeit bremsen zu können.

Am Montag macht der Preis für die Kryptowährung nach dem neuen Rekordhoch eine kleine Abwärtsbewegung - derzeit kostet ein Bitcoin mit 5.825 Dollar wieder deutlich weniger als noch am Wochenende. Aber heftige Schwankungen, die letztlich aber stets aufwärts gerichtet waren, sind die Anleger in Bitcoin, aber auch andere Kunstwährungen längst gewohnt.

Globaler Wert verzehnfacht

Nach dem letzten Aufwärtsruck beim Bitcoin hat sich der Wert aller digitalen Währungen seit Jahresbeginn 2017 von 17 auf 170 Milliarden Dollar verzehnfacht. Mit einem Kursanstieg um 500 Prozent ist Bitcoin damit bei weitem nicht die "performanteste" der Währungen. Der Wert von Ethereum, der derzeit wohl zweiwichtigsten Kryptowährung hat sich im selben Zeitraum von acht auf 300 Dollar vervielfacht. Laut dem "Handelsblatt" gibt es derzeit bereits 1.200 Kryptowährungen weltweit. Bei so genannten "Initial Coin Offerings" (ICO) können Unternehmen über die Ausgabe neuer Währungen Kapital bei Anlegern einsammeln, die damit auf den künftigen Unternehmenserfolg setzen.

Nächste Spaltung im November?

Für die aktuellen Kursanstiege bei Bitcoin sorgt laut Experten die Aussicht auf ein erneutes Aufspalten der Währung. Bereits im August wurde der Bitcoin Cash als zusätzliche Variante eingeführt. Jeder Anleger erhielt für eine Einheit Bitcoin eine weitere Einheit Bitcoin Cash in seine virtuelle Brieftasche oder sein Depot eingebucht. Im November wird es offenbar eine neue Abspaltung (genannt "Fork") geben: "Bitcoin Gold" soll für mehr Demokratie im Bitcoin-Universum sorgen und das Mining wieder attraktiv machen. Unter dem Titel "Segwit2x" könnte dann in den kommenden Monaten ein technisches Update folgen, nach dem bei dem Speicherkapazität eines Datenblocks in der zugrunde liegenden Blockchain auf zwei Megabyte erweitert wird.

Weiterhin ist die fehlende Regulierung der neuartigen Währungen gleichzeitig ihre wichtigste Eigenart, aber stellt auch für Käufer von Bitcoin & Co. das größte Risiko dar. Vor allem die permanent hohe Nachfrage nach den Währungseinheiten sorgt für die weiter steigenden Preise. Kritiker sehen außerdem in der potenziellen Nutzbarkeit der Kryptowährungen durch illegale Geldgeschäfte ein Problem. Die Währungen können blitzschnell rund um den Globus transferiert werden und unterliegen keiner Kontrolle.

Banker sind geteilter Meinung

Äußerungen führender US-Banker gingen in den vergangenen Wochen in unterschiedliche Richtungen, was die Akzeptanz des Bitcoins angeht: So hatte sich etwa Lloyd Blankfein, Vorstandschef von Goldman Sachs, zuletzt offen gezeigt. Seine Bank prüft laut Berichten einen Einstieg in den Bitcoin-Handel. Dagegen hatte Jamie Dimon von JPMorgan Bitcoins öffentlich als "Betrug" bezeichnet. Der kleine Rücksetzer des Bitcoin-Kurses daraufhin ist aber längst verdaut.

AB