EZB - virtuelle Währung der Notenbanken?

Pläne für Terminkontrakte Bitcoin bald an der CME?

Stand: 01.11.2017, 10:21 Uhr

Pläne der weltgrößten Optionsbörse CME, Ende des Jahres auch für Bitcoin einen Future aufzulegen, haben die Kryptowährung auf neue Höhen gehievt.

Das Internet-Geld stieg am Dienstag zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent auf über 6.400 Dollar pro Einheit und war damit so teuer wie nie zuvor. Hintergrund sind Pläne der weltgrößten Terminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME), Ende des Jahres auch für Bitcoin einen Future aufzulegen.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.508,91
Differenz relativ
+3,24%

Die CME begründete dies mit einem gestiegenen Kunden-Interesse. Der Schritt könnte dazu führen, dass Krypto-Währungen allgemein stärker anerkannt werden. Das Geschäft mit Cybergeld boomt derzeit. Bitcoin ist das größte und bekannteste davon.

Wie macht die SEC?

Die Terminkontrakte auf die Kryptowährung sollen den Plänen zufolge in bar abgerechnet werden. Hierfür ermittelt der Börsenbetreiber einmal täglich einen auf Dollar basierenden Referenzwert. Der Handel mit den Kontrakten unterliege den Regeln der CME.

Dass die zuständigen Behörden allerdings ein grünes Licht für den geplanten Bitcoin-Future geben werden, gilt als zweifelhaft, weil Kryptowährungen, auch Bitcoin, als wenig vertrauenswürdig eingestuft werden. So hatte Jamie Dimon, Chef der US-Bank JPMorgan, kürzlich die Währung als "Betrug" bezeichnet und die chinesischen Behörden verboten Börsengänge von Krypto-Währungen.

Im März hatte die US-Wertpapieraufsicht SEC die Zulassung eines ETFs der Winklevoss-Brüder auf Bitcoin abgelehnt. Darufhin büßte die Währung bis zu 350 Dollar an Wert ein. Bis heute gilt diese Ablehnung als richtungsweisend für eine mögliche Zulassung digitaler Währungen für die breite Masse der Anleger. Der Wertverlust im März war allerdings nur von kurzer Dauer. Allein seit Jahresbeginn ist der Wert von Bitcoin um 555 Prozent gestiegen.

Marktwert von 172 Milliarden Dollar

Den Angaben der CME zufolge beläuft sich der Marktwert aller Kryptowährungen mittlerweile auf 172 Milliarden Dollar. Davon entfallen etwas mehr als die Hälfte auf Bitcoins. Mit der Einführung von Derivaten wie Terminkontrakten oder Optionen auf Kryptowährungen würden diese für institutionelle Investoren deutlich besser handelbar.

Für diese Währungen steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Ihr Kurs wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Geschaffen wird das Geld von Nutzern, deren Computer dafür komplexe Algorithmen berechnen. Da Beträge schnell und anonym transferiert werden können, ist das Geld auch für Nutzer interessant, die illegale Geschäfte betreiben oder Kapitalkontrollen umgehen wollen. Gleichwohl beschäftigt sich inzwischen nahezu jede größere Bank weltweit mit dem Computergeld und der dahinter stehenden Technologie Blockchain.

lg