Green Bonds

Bund plant Greenbonds offenbar ab 2020 Staatsanleihen werden grün

Stand: 13.05.2019, 11:51 Uhr

Über Bundesanleihen der Umwelt helfen? Die Bundesrepublik prüft offenbar die Emission einer grünen Staatsanleihe. Der Plan: Die Ausgabe neuer Bonds wird aufgeteilt. Ein Teil des Geldes soll in grüne Projekte fließen. Das Ganze hat aber einen Haken.

Laut dem "Handelsblatt" ist der Greenbond reine Symbolpolitik. Das Geld komme weiterhin ohne jede Zweckbindung in den Haushalt des Bundes. Investieren die Anleger mit der grünen Staatsanleihe lediglich in ihr Gewissen?

Doch der Reihe nach. Die Bundesrepublik plant Medienberichten zufolge die Emission einer grünen Staatsanleihe ab 2020. "In Kombination mit einer klassischen Anleihe des Bundes erhielte der Investor eine grüne Bundesanleihe", erklärte Tammo Diemer, Co-Geschäftsführer bei der Deutschen Finanzagentur, der "Börsen-Zeitung". Die Transparenzverpflichtungen unterlägen dabei den etablierten Marktstandards.

Die grüne Bundesanleihe soll aus einem traditionellen Bundeswertpapier sowie einem grünen Zusatz mit eigener Wertpapiernummer (ISIN) bestehen. Wer also die neuartige Anleihe kauft, bekäme einen Teil seines Investments als grünen Bond ins Depot gebucht. Für diese Summe verpflichtet sich der Staat, in grüne Projekte für den Umwelt- oder Klimaschutz zu investieren.

Trendthema in der Finanzwelt

Den Anlegern scheint die Idee zu gefallen. "Wir begrüßen diese Entscheidung. Und wir denken, dass es auch für andere europäische Fiskalbehörden an der Zeit ist, die Emission von Green Bonds zu prüfen", sagte Simon Bond, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Columbia Threadneedle, dem "Handelsblatt".

Das Thema Nachhaltigkeit spielt aktuell in der Finanzwelt eine große Rolle. Allein im deutschsprachigen Raum geben mehr als 500 Investitionsfonds an, nachhaltig zu sein. Einer aktuellen Studie zufolge kann sich jeder zweite Deutsche vorstellen, nachhaltige Kriterien bei der Geldanlage miteinzubeziehen.

Nach Angaben der Ratingagentur Moody's kommen in diesem Jahr weltweit grüne Anleihen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro auf den Markt. Zum Vergleich: 2017 hatte das Volumen neu ausgegebener grüner Anleihen noch einen Höchststand von 141,3 Milliarden Euro erreicht. Im vergangenen Jahr betrug es nur noch 124,4 Milliarden Euro und damit um zwölf Prozent weniger.

Nachfrage könnte Staat zu grünen Projekte drängen

Mit der grünen Staatsanleihe zieht der Bund nach. Andere europäische Staaten wie Frankreich, Belgien oder Polen haben bereits Greenbonds ausgegeben. Und auch die EU-Kommission will den Finanzmarkt nachhaltig ausrichten. Doch noch immer stehen die finalen Kriterien für Nachhaltigkeit aus.

Vorbild für die Deutschen soll das dänische Modell sein. Der grüne Teil einer Neuemission würde nachträglich den Bundesmitteln zugeordnet, die ohnehin für grüne Projekte ausgegeben werden. Somit sorgen die Anleger mit ihrem Geld nicht dafür, dass Deutschland zusätzliches Geld in die Umwelt und den Klimaschutz steckt, sondern decken lediglich die Kosten ab.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber: Sollte die Nachfrage nach grünen Bundesanleihen rasant in die Höhe klettern, könnte das deutsche Finanzministerium irgendwann nicht mehr genügend Ausgaben im Bundeshaushalt mit dem Merkmal "grün" finden. Das würde den Staat langfristig zu mehr nachhaltigem Einsatz zwingen.

tb