Dunkle Euromünze mit Bundesadler
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Sparer sind die Verlierer Neuer Negativ-Zins-Rekord

von Angela Göpfert

Stand: 02.08.2019, 10:31 Uhr

Die drohende Eskalation des Handelskonflikts lässt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf ein neues Rekordtief fallen. Das ist ein Warnsignal für alle Sparer und Anleger.

Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen befindet sich im freien Fall. Am Freitag rutscht sie auf ein Rekordtief von minus 0,5 Prozent. Anleger zahlen mittlerweile also 50 Cent drauf, um dem deutschen Staat 100 Euro zu leihen.

Zum Vergleich: 2008 musste der deutsche Staat seinen Gläubigern noch über vier Prozent Zinsen zahlen.

Sicherheit verzweifelt gesucht

Hintergrund dieses wahrlich dramatischen Renditeverfalls ist die steigende Nachfrage nach Bundesanleihen. Das treibt den Preis, sprich: den Kurs der deutschen Anleihen. Mit dem steigenden Kurs sinkt aber die Rendite, also das, was der deutsche Staat dem Anleihekäufer zahlen muss.

Doch warum sind zehnjährige Bundesanleihen derzeit so begehrt? Ganz einfach: Zehnjährige Bundesanleihen sind gewissermaßen die Königinnen unter den sichereren Staatsanleihen. Die legen sich Anleger weltweit ins Depot, wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen. Und das wollen immer mehr Anleger. Von dieser Entwicklung wollen auch spekulative Investoren profitieren, die die Anleihen trotz negativer Renditen in Erwartung weiter steigender Kurse kaufen.

Was sind Bundesanleihen?

Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister

Die Finanzagentur des Bundes legt im Auftrag des Finanzministeriums Staatsanleihen auf. Über sie nimmt der Bund am Kapitalmarkt Geld auf. Bundesanleihen sind somit nichts anderes als Schuldverschreibungen des deutschen Staates.

Trump schürt Fluchtreflexe

Der Trump-Faktor spielt dabei eine große Rolle. Die Drohgebärden des US-Präsidenten – sei es gegen China, Mexiko oder die deutsche Autoindustrie – halten die Finanzmärkte seit Monaten in Atem. Am Donnerstagabend drohte Trump nun erneut mit einer Eskalation des Handelskonflikts mit China.

Anleger reagieren darauf mittlerweile geradezu reflexartig mit einer Flucht raus aus Aktien rein in vergleichsweise sichere Anlagen. Neben dem Schweizer Franken, Gold und US-Staatsanleihen zählen dazu eben auch Bundesanleihen.

Wer spart, verliert

Gewinner der Negativzinsen ist natürlich in erster Linie der deutsche Staat, der fürs Schuldenmachen sogar noch Geld bekommt. Die Finanzierung des Staatsdefizits wird so fast zum Kinderspiel. Von der negativen Bund-Rendite profitieren aber auch all jene, die sich Geld leihen – Unternehmen ebenso wie Privatpersonen.

Verlierer sind dagegen diejenigen, die sich über festverzinsliche Anlagen Geld fürs Alter auf die Seite legen wollen. Die Negativzinsen der Bundesanleihen drücken nämlich auch den Zins für Spareinlagen.

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Die Gewinner und Verlierer der Negativzinsen Im Überblick

Sparschwein

Sparer
Die Negativzinsen der Bundesanleihen drücken auch den Zins auf Spareinlagen. Laut der FMH-Finanzberatung bekommen Anleger etwa für eine Festgeldanlage von 10.000 Euro über zehn Jahre nur noch Zinsen zwischen 0,1 und 1,25 Prozent. Damit bleibt dem kleinen Anleger im festverzinslichen Bereich nichts mehr, wo er sein Geld – nach Abzug der Inflation – gewinnbringend anlegen könnte.