Anleihen

Geschäftsmann schreibt vor seinem Laptop

Augen auf! Mittelstandsanleihen - Checkliste für Anleger

Stand: 19.04.2016, 15:37 Uhr

Wer sich trotz der zahlreichen Risiken eine Mittelstandsanleihe ins Depot legen will, sollte einiges beachten. Unsere Checkliste zeigt, worauf Privatanleger besonders achten sollten.

  • Etabliertes, profitables Geschäftsmodell

Vor dem Kauf eines Bonds sollten sich Anleger genau über den Emittenten informieren: Verfügt dieser über ein stabiles, funktionierendes Geschäftsmodell? Die wichtigsten Kennziffern sind hier nicht etwa Umsatz oder Ebitda, sondern Gewinn und Cash Flow. Das Unternehmen sollte soweit profitabel sein, dass es seinen Zinsverpflichtungen problemlos nachkommen kann.

  • Solide Finanzen

Eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent bringt dem Anleger mehr Sicherheit. Wichtig ist auch das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Eine Nettoverschuldung bis zum Zweifachen des Ebitda gilt gemeinhin noch als akzeptabel.

  • Akzeptables Rating des Emittenten

"Investment Grade" sollte der Bond mindestens haben. Wichtig: Der Markt bewertet die Ratings der gerade bei Mittelstandsanleihen aktiven Agenturen Euler und Hermes häufig um ein bis zwei Stufen niedriger als ein vergleichbares Rating der großen US-Agenturen wie Morningstar.

  • Angemessener Kupon

Der Kupon sollte dem Ausfallrisiko entsprechend angemessen sein. Während ein zu hoher Kupon ein Warnsignal ist, ist ein zu niedriger Kupon aus Gläubigerperspektive schlicht unattraktiv.

  • Hohes Volumen der Anleihe

Die Emission sollte einen Umfang von 50 Millionen Euro oder mehr haben. Sonst wird der Markt später oft illiquide, ein Verkauf über die Börse vor Ende der Laufzeit ist dann schwierig.