Hertha BSC

Geld für ein neues Stadion? Hertha BSC will 40-Millionen-Anleihe platzieren

Stand: 12.10.2018, 14:15 Uhr

Hertha BSC plant eine der größten Bond-Emissionen eines Fußball-Bundesligisten und will sich einen Millionenbetrag am Kapitalmarkt besorgen. Die Clubführung bereitet die Platzierung einer strukturierten Anleihe von bis zu 40 Millionen Euro vor - vorrangig bei insitutionellen Investoren.

Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller stellt die Emissionspläne nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Capital" derzeit auf einer Roadshow potenziellen Investoren vor. Eine Präsentation in Berlin soll bereits stattgefunden haben. Für Dienstag ist ein Termin in Frankfurt angesetzt, zu dem kurzfristig eingeladen wurde. Begleitet wird die Emission von der Investmentbank Equinet. Die Laufzeit soll fünf Jahre betragen.

Millionenbetrag für neues Stadion?

"Wir sind als Hertha BSC in allen Bereichen aufgefordert, nach interessanten und zeitgemäßen Möglichkeiten Ausschau zu halten, um die Entwicklung des Vereins voranzutreiben. So prüfen wir auch diverse Optionen auf dem Kapitalmarkt. Momentan wollen wir mit der Form der strukturierten Anleihe potenzielle Investoren ansprechen und versuchen, für uns zu gewinnen", sagte ein Clubsprecher dem Magazin.

Offen blieb zunächst, wofür das Hertha-Management den Millionenbetrag benötigt. "Capital" zufolge gebe es weder einen Liquiditätsbedarf für das laufende Geschäft noch seien große Spielertransfers geplant. Seit geraumer Zeit plane der Verein allerdings den Bau eines eigenen Stadions, das er zu 100 Prozent privat finanzieren will.

Größter Finanzierungsschritt seit 2014

Die geplante Anleihe ist der größte Finanzierungsschritt bei Hertha seit Anfang 2014 und dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR als Anteilseigner. KKR hatte dem Bundesligisten 61,2 Millionen Euro überwiesen, darunter rund 18 Millionen für einen Anteil von 9,7 Prozent an der Kapitalgesellschaft, über die Hertha BSC am Bundesliga-Spielbetrieb teilnimmt. Seither hatte der Club lediglich kleinere Fan-Anleihen aufgelegt und war auf der Suche nach einem zweiten Investor.

In den vergangenen Jahren haben sich Bonds bei Vereinen der Bundesliga etabliert. Dabei handelt es sich allerdings zum großen Teil um Fananleihen mit einem mittleren bis höheren einstelligen Millionenvolumen. Anleihen bei institutionellen Kapitalgebern wie Banken oder Versicherungen haben laut "Capital" lediglich der jetzige Zweitligist Hamburger SV und der FC Schalke 04. Aktien hat in Deutschland hingegen bisher nur Borussia Dortmund ausgegeben, die im Kleinwerteindex SDax notiert sind.

tb