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Die Gewinner und Verlierer der Negativzinsen Im Überblick

Sparschwein

Sparer
Die Negativzinsen der Bundesanleihen drücken auch den Zins auf Spareinlagen. Laut der FMH-Finanzberatung bekommen Anleger etwa für eine Festgeldanlage von 10.000 Euro über zehn Jahre nur noch Zinsen zwischen 0,1 und 1,25 Prozent. Damit bleibt dem kleinen Anleger im festverzinslichen Bereich nichts mehr, wo er sein Geld – nach Abzug der Inflation – gewinnbringend anlegen könnte.

Die Gewinner und Verlierer der Negativzinsen Im Überblick

Sparschwein

Sparer
Die Negativzinsen der Bundesanleihen drücken auch den Zins auf Spareinlagen. Laut der FMH-Finanzberatung bekommen Anleger etwa für eine Festgeldanlage von 10.000 Euro über zehn Jahre nur noch Zinsen zwischen 0,1 und 1,25 Prozent. Damit bleibt dem kleinen Anleger im festverzinslichen Bereich nichts mehr, wo er sein Geld – nach Abzug der Inflation – gewinnbringend anlegen könnte.

Lebensversicherungspolice, Brille, Rechner und Stift

Lebensversicherer und -versicherte
Mit der anhaltenden Niedrigzinsphase und der jetzt womöglich beginnenden Negativzinsphase setzt sich auch der Renditeschwund bei Lebensversicherungen ungebremst fort. Immer mehr Lebensversicherer haben Probleme, ihre Garantien für Sparer einzuhalten.

Auch wenn der Anteil von Policen ohne Garantiezins bei neuen Verträgen stetig steigt, müssen die Versicherer nach wie vor die hohen Lasten aus Altverträgen schultern.

Rentnerfiguren vor Eurostapeln

Pensionskassen
Viele Pensionskassen haben zu viele alte Verträge mit hohen Garantiezinsen im Portfolio. Das zwingt sie, schlecht verzinste Anleihen zu kaufen. Leidtragende sind die Bezieher von Betriebsrenten, denen so höhere Renditen entgehen, wie sie etwa am Aktienmarkt zu erzielen sind. Sie müssen sich im schlimmsten Fall auf Leistungskürzungen einstellen.

Verschiedene Euroscheine brennen

Unternehmen
Leidtragende sind aber auch die Unternehmen, die Betriebsrenten zahlen. Die 30 Dax-Konzerne mussten 2018 Verluste von insgesamt 4,4 Milliarden Euro bei ihren Pensionsvermögen hinnehmen. Die Rendite war mit minus 1,7 Prozent negativ. Für ihre Pensionsverpflichtungen müssen die Dax-Konzerne somit immer mehr beiseitelegen. Die hohen Rückstellungen zehren am Gewinn und beschränken die Investitionsmöglichkeiten und damit die Zukunftsperspektiven.

 Bankenskyline von Frankfurt

Banken
Die niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass auch die Erträge der Banken immer geringer ausfallen. Denn der Zinsüberschuss, also die Differenz von Zinsertrag und Zinsaufwendungen, macht einen Großteil der Bankerträge aus.

Jubelnde Anleger vor Kurstafel der Deutschen Börse

Aktionäre
Aktionäre gehören zu den Gewinnern der Niedrig- respektive Negativzinsen. Der seit über zehn Jahre währende Boom der Aktienmärkte ist der beste Beweis dafür. Anleger, die frühzeitig eingestiegen sind, konnten sich in den vergangenen Jahren über hohe Kursgewinne freuen. So hat der Dax-Performance-Index binnen zehn Jahren rund 140 Prozent hinzugewonnen. Eine Anlage von 100.000 Euro ist somit heute 240.000 Euro wert.

Modernes, zweigeschossiges Flachdachwohngebäude

Immobilienbesitzer
Von der Flucht der Anleger in riskante Anlagen profitieren auch die Immobilienpreise und mit ihnen die Immobilienbesitzer. Wer eine Immobilie kaufen will, leidet zwar unter den gestiegenen Preisen, darf sich dafür aber über eine günstigere Finanzierung freuen: Laut dem FMH-Index für Hypotheken kostet die durchschnittliche Baufinanzierung für zehn Jahre aktuell weniger als ein Prozent.

Unternehmen
Für Unternehmen können die niedrigen Zinsen ein Anreiz sein, mehr Kredite aufzunehmen und ihre Investitionen zu steigern. Zugleich ist die Nachfrage nach Unternehmensbonds hoch, sind Anleger doch auf der Suche nach Papieren, die ihnen eine positive Rendite bringen. Unternehmen werden diese Situation gern nutzen und deshalb auch in Zukunft verstärkt Anleihen emittieren.

Euromünze vor Bundesadler

Der Staat
Größter Gewinner ist aber der deutsche Staat. Die negative Bund-Rendite bedeutet ja nichts anderes, als dass der Staat Geld fürs Schuldenmachen bezahlt bekommt und sich somit hohe Zinskosten spart. Davon profitiert auch der deutsche Steuerzahler. Allerdings sind die niedrigen respektive negativen Zinsen wahrlich kein großer Anreiz für die Politiker zum Sparen. Das könnten künftige Generationen schmerzlich zu spüren bekommen.

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