Börsenteil einer Zeitung mit einer Lupe über dem Kapitel Anleihen

Niedrigzinsen überall Anleihemarkt: Rekord zum Jahresauftakt

Stand: 13.01.2020, 11:53 Uhr

Nicht nur am Aktienmarkt purzeln die Rekorde, auch auf dem Primärmarkt für Staats- und Unternehmensanleihen herrscht Hochkonjunktur: In der vergangenen Woche erlebten Mittwoch gab es einen Emissionsrekord.

Am 8. Januar sei auf dem Anleiheprimärmarkt mit einem Emissionsvolumen von 29,45 Milliarden Euro in der Gemeinschaftswährung der emissionsstärkste Tag aller Zeiten gemessen worden, zitiert die "Börsen-Zeitung" die Zahlen des Datenanbieters Informa Global Markets (IGM).

Damit wurde der bisherige Höchststand vom 12. Januar 2010 mit einem Emissionsvolumen von Euro-Anleihen, gleichgültig von welcher Emittentenadresse, von 27,875 Milliarden Euro, übertroffen.

Künstliche Nachfrage

Hintergrund des Booms sind die derzeit extrem niedrigen Risikoaufschläge, die auf dem Anleihemarkt abgefragt werden. Unternehmen oder Staaten können sich auch aufgrund der Niedrigzinspolitik vieler wichtiger Zentralbanken zu sehr günstigen Zinssätzen verschulden - und davon machen sie auch kräftig Gebrauch, wie die Zahlen zeigen.

Christine Lagarde und Mario Draghi

Christine Lagarde und Mario Draghi. | Bildquelle: boerse.ARD.de

Hinzu kommt das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Die EZB kauft im Rahmen des "Quantitative Easing" sowohl Anleihen aus dem privaten als auch aus dem öffentlichen Sektor auf. Ziel der Maßnahmen ist es, die Inflation näher an das Inflationsziel von nahe zwei Prozent zu treiben. Das führt dazu, dass es praktisch immer eine künstliche Nachfrage nach Anleihen gibt.

Die Kehrseite ist, dass mit Anleihen für Anleger praktisch kaum noch Rendite zu erzielen ist. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt aktuell beispielsweise bei minus 0,19 Prozent. Lediglich mit hochriskanten Papieren von bonitätsschwachen Schuldnern lässt sich noch Ertrag erzielen.

ts