Frau mit Fernglas

Was macht Donald Trump? Zwischen Politik und Zinsen

von Robert Minde

Stand: 18.03.2018, 12:45 Uhr

In der kommenden Woche bringt die heimische Berichtssaison nochmals eine Fülle von Zahlen. Hinzu kommen die Zinssitzung der Fed und natürlich weiterhin der unberechenbare Mann aus dem Weißen Haus.

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Besonders die Frage, was dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump wohl alles noch so einfallen könnte, bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die Märkte. Einer, der sich nicht auf die kommende Woche beschränken dürfte, sondern wie eine permanente Bedrohung über der Wall Street hängt.

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Was nächste Woche wichtig wird... [16.3.18]

Und damit auch über dem Dax, der sich aktuell bei knapp 12.400 Punkten an einem charttechnischen Widerstand befindet und sich zuletzt trotz der politischen Risiken nicht schlecht geschlagen hat. Die am heutigen Sonntag anstehende Präsidentenwahl in Russland dürfte keine größeren Auswirkungen auf die Börse haben. Alles andere als ein Sieg von Amtsinhaber Wladimir Putin wäre eine Überraschung.

Angst vorm Handelskrieg

Aber zurück zu Donald Trump. Hat der unberechenbare Mann aus New York nach seiner Wahl zunächst die Kurse angetrieben, wird er aktuell mehr und mehr zum Risiko. Vor allem aber die Frage, ob Trump wirklich einen globalen Handelskrieg vom Zaun brechen wird, wie aktuell mit den Zöllen Auf Stahl und Aluminium, treibt die Märkte um.

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Mit seinen jüngsten Personalentscheidungen jedenfalls macht er klar, dass es derzeit die Hardliner sind, die in Washington auf der Kommandobrücke sitzen. "Donald Trump ist derzeit das größte politische Risiko für die Finanzmärkte", urteilte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck.

Zumal zuletzt weitere politische Konflikte überall auf der Welt hochkochen, die alle das Potenzial haben, sich auszuweiten. So etwa der derzeitige Konflikt zwischen Großbritannien und Russland. Die Politik, so scheint es, wird immer bestimmender, was in aller Regel zu erhöhten Schwankungen an der Börse führt.

Blick auf die Fed

Jerome Powell

Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

In diesem Umfeld kommen klassische Börsenthemen fast schon zu kurz. Das wichtigste (Dauer)-Thema überhaupt ist das Zinsthema, vor allem wenn eine geldpolitische Wende, wie derzeit in den USA, mitten im Gang ist. Weniger die Zinssitzung der Federal Reserve an sich, die in der kommenden Woche auf der Agenda steht, treibt die Anleger dabei um, sondern die Frage, wie es danach mit den Zinsstraffungen weiter gehen könnte.

Drei Zinserhöhungen hat der Markt bisher fest eingepreist, mit der Bekanntgabe einer Erhöhung am kommenden Mittwoch (ab 19:00 Uhr MEZ) um einen Viertelprozentpunkt durch Bankchef Jerome Powell wird fest gerechnet.

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Weitere Konjunkturdaten werden danach genau darauf abgeklopft werden, ob sich Anzeichen für ein erhöhtes Zinserhöhungstempo ergeben und damit eventuell für einen vierten Zinsschritt. Viele Analysten an der Wall Street rechnen angesichts der boomenden Konjunktur und dem leergefegten Arbeitsmarkt in den USA schon damit. Eine fundamentale Stütze für den Dollar, der zuletzt gegen den Euro Boden gemacht hat. Mit den Zinserhöhungen im Rücken könnte der Greenback weiter zur Stärke tendieren.

Die Berichtssaison in den USA ist derweil so gut wie zu Ende, es gibt nur noch vereinzelte Höhepunkte, etwa das Zahlenwerk des SAP-Konkurrenten Oracle gleich am Montag. Oder die Ergebnisse von Adidas-Erzrivale Nike am Donnerstag nach Börsenschluss in Amerika (ab 21:15 Uhr MEZ). Post-Konkurrent FedEx legt am Dienstag nach Börsenschluss ebenfalls seine Bilanz für das dritte Geschäftsquartal vor.

Viele Zahlen und Indexänderungen

Ganz anders sieht das an der heimischen Börse aus, wo vor allem aus der zweiten Reihe eine ganze Reihe von Unternehmen ihre Bücher öffnen. Dax-Mitglied BMW legt am Mittwoch seine endgültigen Jahreszahlen vor (und hält am darauffolgenden Tag noch eine Investorenkonferenz ab), Indexkollege HeidelbergCement folgt am Donnerstag ab 7:00 Uhr. Hinzu kommt am Freitag die voraussichtliche Erstnotiz der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Die Zeichnungsfrist für private und institutionelle Kunden endet in der kommenden Woche.

Zudem gibt es am Montag die bereits angekündigten Änderungen in den diversen Indizes der Deutschen Börse. Im Dax ersetzt dabei die ehemalige Bayer-Sparte Covestro den Medienwert ProSiebenSat.1, der in den MDax "absteigt". Im MDax stehen der skandalgeschüttelte Möbelhändler Steinhoff und Südzucker vor dem Abstieg in den SDax.

In den TecDax steigen Aumann und Isra auf, Adva und GFT verlassen den Index. Im SDax werden neben den "Absteigern" Corestate und Jost neu begrüßt. Gery Weber, MLP und die beiden MDax-Aufsteiger Aroundtown und Rocket Internet verlassen dafür den Kleinwertindex.

Ifo-Index im Blick

Unter den Konjunkturdaten hierzulande ragt vor allem der wichtigste deutsche Konjunkturindex, der Ifo-Geschäftsklimaindex am Donnerstag (ab 10:00 Uhr) heraus. Auch das ZEW-Verbrauchervertrauen am Dienstag zuvor wird schon ein erster Stimmungstest sein, auf den die Börse blickt.

In den USA werden am Donnerstag unter anderem Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und für Dienstleistungen erwartet. Auch die Bank of England tagt übrigens am Donnerstag, sie könnte einen Zinsschritt im Mai vorbereiten. Eine unmittelbare Zinserhöhung wird aber nicht erwartet.

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