Eine Zigarette liegt in einem Aschenbecher.

E-Zigaretten verdrängen den klassischen Glimmstengel Zweite Luft für Philip Morris

Stand: 18.04.2019, 14:50 Uhr

Gut gedampft ist halb gewonnen: E-Zigaretten entwickeln sich immer mehr zur zweiten Säule für den Tabak-Riesen Philip Morris. Der Marlboro-Konzern verdiente im abgelaufenen Jahr mehr als erwartet.

Die Abkehr von der klassischen Zigarette hin zu weniger schädlichen E-Zigaretten und Tabakerhitzern zahlt sich aus: Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete Philip Morris 1,35 Milliarden Dollar oder 1,09 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit zehn Cents weniger gerechnet.

Umsatz fällt weniger stark als befürchtet

Auch beim Umsatz wurden die Prognosen übertroffen. Die bereinigten Erlöse lagen bei  6,75 Milliarden Dollar. Freilich: Vor einem Jahr hatte der Marlboro-Konzern noch 6,89 Milliarden Dollar umgesetzt.

Philip Morris: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
65,89
Differenz relativ
+1,73%

Vorstandschef André Calantzopoulos verwies auf ein starkes Wachstum bei rauchlosen Tabak-Produkten in Japan, Europa und Russland. Philip Morris bietet elektronische Zigaretten, bei denen flüssiges Nikotin verdampft wird, und Produkte wie Iqos, bei denen Tabak erhitzt und nicht verbrannt wird. Das bewahrt angeblich den Konsumenten vor krebserregenden Stoffen, die im Zigarettenrauch enthalten sind.

Aktien im Aufwind

Für das Gesamtjahr stellt Philip Morris einen Gewinn von 5,09 Dollar je Aktien in Aussicht. Analysten rechneten bisher mit 5,18 Dollar je Papier.

Die Aktien des Tabak-Riesen legen vorbörslich rund ein Prozent zu. Seit Anfang des Jahres haben sie 28 Prozent gewonnen und den S&P 500 outperformt. Auf Ein-Jahres-Sicht liegen sie aber immer noch 17 Prozent im Minus.

Alternativen zur klassischen Zigarette

Die Tabakindustrie steckt in der Krise. Wenn sie überleben will, muss sie neue Wege gehen. Jugendliche rauchen heute immer weniger, weil sie gesünder leben wollen. Zudem machen die Regierungen Druck auf die Tabak-Industrie und verbieten Werbung. Weltweit dürfte der Absatz klassischer Zigaretten 2018 leicht geschrumpft sein. Nur mit Preiserhöhungen könnten die Tabakkonzerne bisher das Schlimmste verhindern.

nb