Goldman Sachs-Zentrale in New York

Vergleich in Geldwäsche- und Korruptionsaffäre Zwei Milliarden Dollar Strafe für Goldman Sachs?

Stand: 20.10.2020, 14:00 Uhr

Für den Investmentbank-Giganten wohl eine handhabbare Summe, mit der sich Goldman Sachs von einer undurchsichtigen Beteiligung an Korruption und Geldwäsche nun freikaufen dürfte. Das US-Justizministerium hat offenbar einem Deal zugestimmt.

Goldman Sachs steht wohl vor der lange erwarteten Einigung mit der US-Justiz. Die US-Investmentbank werde dem Justizministerium dabei mehr als zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) zahlen, so die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Ex-Premierminister in Haft

Die Bank war 2012 und 2013 an der Ausgabe von Anleihen des 1MDB-Fonds im Volumen von 6,5 Milliarden Dollar beteiligt. Goldman soll dabei unter anderem wegen falscher Angaben überhöhte Gebühren eingestrichen haben. 2018 war der damalige malaysische Premierminister Najib Razak über die Affäre gestolpert, bei der es um die Veruntreuung von Staatsvermögen geht. Ende Juli war er im ersten von mehreren Korruptionsprozessen zu bis zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Nachdem die Bank bereits im August weitere rund zwei Milliarden Dollar für die Beteiligung des Skandals um den Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) zurückgelegt hatte, ist die Summe keine Überraschung mehr. Der Vergleich mit der US-Regierung, über den bereits seit vielen Monaten spekuliert wird, könnte bereits in den kommenden Tagen geschlossen werden, schreibt Bloomberg.

Zahlungen auch an den malaysischen Staat

Sprecher der Investmentbank und der Regierung hätten die Informationen nicht kommentieren wollen. Goldman Sachs hatte sich erst Ende Juli mit Malaysia auf eine Milliardenzahlung geeinigt. Dabei wurde eine direkte Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar an den malaysischen Staat vereinbart. Weitere 1,4 Milliarden Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten von 1MDB sollen mit Hilfe von Goldman Sachs und des US-Justizministeriums zurückgeführt werden.

Goldman Sachs hatte, auch wegen zuletzt geringerer Risikovorsorge einen Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar allein für das dritte Quartal ausgewiesen. Anders als viele Branchenkonkurrenten sprudeln bei dem Bankhaus vor allem die Einnahmen aus dem Wertpapiergeschäft und Gebühren beim Emissions-Geschäft. Goldman hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Börsengänge begleitet.

AB