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Deutsche Bank und Commerzbank Zunehmend Kritik an der diskutierten Bankenehe

Stand: 12.03.2019, 11:44 Uhr

Der offenbar von der Bundesregierung gewünschte Plan einer Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank stößt zunehmend auf Kritik. Verdi und die Volksbanken lehnen das Vorhaben ab.

Die Gewerkschaft Verdi ist klar gegen eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank. "Wir lehnen die Fusion ab", erklärte der Gewerkschafter Jan Duscheck, der für Verdi im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt, am Dienstag in einer E-Mail.

Ein Zusammenschluss der beiden Banken sei aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht sinnvoll. Besonders problematisch sei aber, dass dadurch "mindestens 10.000 weitere Arbeitsplätze akut gefährdet wären – zuzüglich der darüber hinaus perspektivisch wegfallenden Arbeitsplätze, weil die Fusion die an das neue Institut gestellten Wachstumserwartungen aus heutiger Sicht nicht erfüllen wird".

Staat sollte sich zurückhalten

Experten befürchten gar, dass von den derzeit 130.000 Arbeitsplätzen der beiden Institute mindestens 30.000 wegfallen würden, weil Filialen zusammengelegt würden, viele Doppelfunktionen gebündelt werden könnten und ein einheitliches Digitalangebot ebenfalls Jobs freisetzen würde.

Auch die Volks- und Raiffeisenbanken üben scharfe Kritik an dem Plan einer Fusion der beiden privatwirtschaftlichen Großbanken. "Es ist nicht Aufgabe des Staates, nationale oder europäische Champions zu schaffen", sagte Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), am Dienstag laut Redetext.

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"Unternehmerische Entscheidungen"

"Champions entstehen im Wettbewerb als Folge guter unternehmerischer Entscheidungen." Große Unternehmen seien oft nicht die besseren Unternehmen und wenn sie scheiterten, treffe es am Ende nicht selten den Steuerzahler.

"Vor diesem Hintergrund ist es an der Zeit, dass der Bund sich möglichst bald aus dem Thema Großbankenbeteiligung zurückzieht und so die Möglichkeit schafft, Markterfolg ohne Staatsbeteiligung zu testen", forderte Kolak. Der Bund hält auch zehn Jahre nach der Rettung in der Finanzkrise noch gut 15 Prozent an der Commerzbank.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Montag bestätigt, dass Deutsche Bank und Commerzbank die aktuelle Lage ausloten.

lg/rtr/dpa