Flaggen des chinesischen Technologiekonzerns ZTE in Shanghai

Aktie springt nach oben US-Regierung hebt Embargo gegen ZTE auf

Stand: 16.07.2018, 09:05 Uhr

US-chinesische Annäherung nach Trump-Art: Der chinesische Netzwerkausrüster ZTE darf wieder mit den USA Geschäfte machen. Zuvor hatte die Produktion bei dem Unternehmen fast stillgestanden - doch dann kam der US-Präsident.

Im Mai hatte sich Trump in den Konflikt eingeschaltet. Der US-Präsident signalisierte Chinas Staatspräsident Xi Jinping ein Entgegenkommen "als persönlichen Gefallen". ZTE war zuvor von den US-Behörden mit einem Embargo belegt worden. Der Vorwurf lautete, dass der Konzern illegal Geschäfte sowohl mit dem Iran als auch mit Nordkorea gemacht habe. Damit hätte ZTE gegen bestehende Sanktionen verstoßen.

Eine Milliarde Dollar Strafe

ZTE Grand S. | Quelle: Unternehmen

Das Unternehmen, das außer Netzwerktechnik auch Smartphones herstellt, benötigt Bauteile von US-Herstellern wie Qualcomm und Intel für seine Produktion. Diese wurde durch das Abschneiden der Lieferkette praktisch lahmgelegt. Nach der Intervention durch Trump kann ZTE seine Produktion wieder hochfahren. Der Preis für den Deal: Das Unternehmen hat eine Strafe von einer Milliarde Dollar gezahlt und weitere 400 Millionen Dollar auf ein Treuhandkonto überwiesen.

Zwar hat das US-Handelsministerium die Vereinbarung offiziell durchgewunken, in den USA wird sie jedoch kritisch gesehen. Sowohl Abgeordnete der Demokraten als auch der regierenden Republikaner werfen der Trump-Administration ein zu lasches Vorgehen vor.

Aktie erholt sich nach Einbruch

Die ZTE-Aktie, die in den vergangenen Wochen um rund 70 Prozent eingebrochen war, ist am Montagmorgen auf Erholungskurs. Die Anteilsscheine steigen auch im Frankfurter Handel um rund zehn Prozent.

AB