Hund und Katze
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Umsatz wichtiger als Gewinn? Zooplus: Hoffnung auf Besserung

Stand: 22.08.2018, 09:21 Uhr

Der Internethändler für Heimtiefbedarf setzt weiter konsequent auf Wachstum. Hohe Investitionen sorgten im ersten Halbjahr allerdings für deutliche rote Zahlen. Anleger scheinen am Mittwoch eher den Wachstumsversprechungen zu glauben.

Denn die Aktie des SDax-Mitglieds steigt am Morgen um rund fünf Prozent auf 141 Euro. Damit kann sich der Titel aber wohl noch nicht aus dem Abwärtstrend der vergangenen Wochen lösen. Das Papier hatte im Mai noch 190 Euro gekostet und ist seitdem auf recht steilen Weg nach unten.

Kratzbäume und Hundekörbe gefragt

Zooplus macht Anlegern mit den Halbjahreszahlen einen Verlust vor Steuern in Höhe von 9,2 Millionen Euro offenbar erfolgreich schmackhaft. Das Umsatzwachstum nämlich kann sich sehen lassen. In den ersten sechs Monaten schaffte es das Unternehmen, seine Erlöse um 24 Prozent auf 643 Millionen Euro zu steigern. Tierfutter, Kratzbäume und Hundekörbe verkauften sich offenbar in allen 30 Ländern gut, in denen Zooplus präsent ist. Die Eigenmarken des Unternehmens konnten offenbar gut etabliert werden - hier lagen die Umsatzzuwächse sogar mit 37 Prozent deutlich über dem allgemeinen Wachstum.

Vor allem Großbritannien ist Ziel des weiteren Wachstums des Unternehmens. Im zweiten Quartal wurde hier ein "Fulfillment Center" weiter ausgebaut. Es soll die Lieferqualität verbessern und weiteres Wachstum auf der Insel ermöglichen.

Margen steigen, Ausblick steht

Hohe Investitionen in die Logistik, aber auch die Bereiche Marketing und Personal hätten zu den Verlusten geführt, so Zooplus. Operativ ist laut dem Unternehmen auf der Ergebnisseite aber alles im Lot. Die Rohertragsmarge (Umsatz ohne Materialaufwand im Verhältnis zum Ergebnis) stieg von 27,1 auf 28,3 Prozent im Halbjahr.

Und auch der Geschäftsausblick für steht trotz der Verluste im ersten Halbjahr weiter: Er sieht vor, dass Zooplus für 2018 seine Erlöse um 21 bis 23 Prozent steigert. Bei der Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) sieht sich das Unternehmen bei einer roten bis schwarzen null (minus 0,5 Prozent bis plus 0,5 Prozent). 2020 will man Umsätze von rund zwei Milliarden Euro erreichen, dann hoffentlich auch wieder mit klaren schwarzen Zahlen.

Experten bleiben zuversichtlich

Analysten sind dem Unternehmen offenbar weiterhin gewogen. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung nach den Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 205 Euro belassen. Die Ergebnisse in etwa im Rahmen der Erwartungen, so Analyst Borja Olcese in einer ersten Reaktion am Mittwoch. Die Margen seien dank verschiedener Maßnahmen trotz Preiserhöhungen durch die Zulieferer gestiegen. Die Baader Bank die Aktie nach Zahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 185 Euro belassen.

Analyst Volker Bosse bezeichnete in einer am Mittwoch vorliegenden Studie das Vorsteuer-Ergebnis für das zweite Quartal als enttäuschend. Dass der Internethändler aber die Bruttomarge im Vergleich zum ersten Jahresviertel gesteigert habe, sei aber ein positives Zeichen.

AB