Zoom, Videokonferenz

Umsatz- und Gewinnsprung Zoom: Fantastisch wachsen dank Homeoffice

Stand: 01.09.2020, 16:05 Uhr

Der Videodienstanbieter Zoom bleibt wegen des Homeoffice-Trends ein Profiteur der Corona-Krise. Der Umsatz wächst gewaltig, das Management hebt erneut den Ausblick an. Die Anleger wollen natürlich auch was davon haben.

Nach einem Umsatzplus von 355 Prozent im zweiten Quartal werde im laufenden Geschäftsjahr mit einem Zuwachs von bis zu 284 Prozent auf maximal 2,39 Milliarden Dollar gerechnet, teilte der US-Konzern mit. Das ist etwa 30 Prozent mehr als zuletzt prognostiziert.

Im zweiten Quartal schoss der Umsatz im Jahresvergleich von knapp 146 Millionen Dollar auf 663,5 Millionen Dollar in die Höhe. Der Quartalsgewinn sprang von 5,5 Millionen Dollar vor einem Jahr auf knapp 186 Millionen Dollar.

Zoom Video : Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
339,00
Differenz relativ
-15,04%

Rasantes Kundenwachstum

Inzwischen kommt Zoom auf 370.200 institutionelle Kunden mit mehr als zehn Mitarbeitern. Das waren 304.000 mehr als vor einem Jahr, allein im vergangenen Quartal kamen 105.000 hinzu. Immer mehr der Nutzer, die den Dienst seit Ausbruch der Pandemie regelmäßig benutzen, entscheiden sich für ein kostenpflichtiges Abomodell.

In Unternehmen versucht Zoom Videokonferenzen als Brückenkopf für eine Expansion zu nutzen. Mit dem Angebot Zoom Phone will die Firma sich zusätzlich auch um die gesamte Telefonie eines Kunden kümmern. Inzwischen sei Zoom Phone mit örtlichen und internationalen Anrufen in 40 Ländern verfügbar.

Eric S. Yuan, CEO Zoom

Eric S. Yuan. | Bildquelle: Unternehmen

Die Konkurrenz wächst

Zoom war ursprünglich als Anwendung für Unternehmen gedacht. In der Corona-Krise stieg aber nicht nur der Einsatz im Homeoffice, sondern auch die Nutzung durch Privatleute sowie für Sportkurse, Gottesdienste oder Bildungsangebote. Im April gab es in der Spitze bis zu 300 Millionen Teilnahmen an Videokonferenzen täglich - im Vergleich zu 10 Millionen im Dezember.

Das rasche Wachstum bescherte Zoom zuletzt auch Probleme. Es traten Sicherheitslücken zu Tage, beispielsweise bei der Verschlüsselung. Nutzer hatten sich immer wieder darüber beschwert, dass der Dienst nicht komplett verschlüsselt ist. Diesbezüglich läuft auch eine Sammelklage gegen den Konzern in den USA.

Hinzu kommen Probleme durch das sogenannte Zoombombing, bei dem sich Unberechtigte in eine Sitzung einwählen. Inzwischen muss sich Zoom neben Teams von Microsoft und Webex von Cisco auch neuer Konkurrenz durch die Techriesen Google und Facebook erwehren.

Anleger begeistert

Im frühen US-Handel springen die Aktien um mehr als 30 Prozent nach oben. Das ist der höchste Kurssprung seit dem Börsengang von Zoom. Die US-Bank JPMorgan verdoppelte das Kursziel für Zoom Video nach den Zahlen von 220 auf 425 US-Dollar und beließ die Einstufung auf "Overweight".

Das zweite Quartal des Softwarespezialisten für Videokonferenzen sei sogar noch stärker ausgefallen als das Auftaktquartal, schrieb Analyst Sterling Auty. Allerdings stünden Firmenkunden mit weniger als zehn Beschäftigten für mehr als ein Drittel des Umsatzes - bei diesen sei die Gefahr besonders groß, dass sie nach einem Ende der Corona-Pandemie Zoom nicht weiter nutzten.

ts