Nintendo Switch-Spieler

Frische Zahlen und frischer Boss Die Zocker lieben Nintendo

Stand: 26.04.2018, 11:24 Uhr

Mit der Switch ist Nintendo ein großer Wurf gelungen. Dank der Erfolgskonsole kann der einst gebeutelte Videospielkonzern starke Zahlen präsentieren. Wie glücklich die Investoren über die Switch sein dürfen, lässt sich gut am Aktienkurs ablesen - jedenfalls am langfristigen. Heute sieht es anders aus.

Wer vor fünf Jahren auf Nintendo gesetzt hatte, der konnte gutes Geld verdienen. In diesem Zeitraum verteuerte sich das Papier um mehr als 290 Prozent. Nur: Welcher Anleger hat vor fünf Jahren damit gerechnet, dass dem Konsolenhersteller nach dem Misserfolg der Wii U ein derart gelungenes Comeback bevorsteht. Heute allerdings knickt das Papier um etwa vier Prozent auf rund 337 Euro ein – und das, obwohl die aktuellen Zahlen eigentlich gut ausgefallen sind. Seit Jahresstart hat die Aktie indes immer noch mehr als zehn Prozent zugelegt.

Riesensatz beim operativen Ergebnis

Im vierten Quartal gab es einen Gewinn von 4,4 Milliarden Yen, das entspricht 33 Millionen Euro. Im Jahr zuvor musste Nintendo noch einen Verlust von 394 Millionen Yen verkraften. Der Quartalsumsatz stieg von 178 auf 198,7 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro). Im Gesamtjahr, das Ende März endete, sprang das operative Ergebnis um mehr als 500 Prozent auf 177,6 Milliarden Yen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 139,6 Milliarden Yen übrig, also rund eine Milliarde Euro.

Auch die Prognose ist optimistisch. Im laufenden Geschäftsjahr will Nintendo das Betriebsergebnis dank der Switch noch einmal um fast 27 Prozent auf umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro (225 Milliarden Yen) steigern. Das wäre das beste Ergebnis seit neun Jahren. Reuters-Daten zufolge haben Experten allerdings mit einem Anstieg auf 308 Milliarden Yen gerechnet. Das könnte ein Grund sein für die negative Anlegerreaktion.

In den vergangenen zwölf Monaten verkaufte Nintendo gut 15 Millionen Switch-Konsolen und rechnet für das gerade begonnene Geschäftsjahr sogar mit dem Absatz von 20 Millionen Geräten. Seit Verkaufsstart sind 17,8 Millionen Konsolen über den Ladentisch gegangen. Zum Vergleich: die Vorgängerkonsole vor der Wii U, die Wii wurde seit ihrem Verkaufsstart im Jahr 2006 mehr als 100 Millionen Mal verkauft.

Neuer Chef ist in den Startlöchern

Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass der 46-jährige Shuntaro Furukawa im Juni den Chefposten übernehmen wird. Er ist seit 1994 bei Nintendo und war zuletzt für die weltweite Vermarktung zuständig. Die Traditionsfirma wurde seit Mitte 2015 von dem aktuell 68 Jahre alten Tatsumi Kimishima geführt. Er war für Branchenstar Satoru Iwata eingesprungen, der mit 55 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben war.

ts

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Im Jahr 1889 beginnt Fusajiro Yamauchi in Kyoto mit der Herstellung von "Hanafuda" (Blumen-Karten), japanischen Spielkarten. 1902 werden in Japan die ersten Spielkarten nach westlicher Art für den Export produziert.