Hingucker der Woche

Ein sehr praller Terminkalender Zinsen und jede Menge Zahlen

von Robert Minde

Stand: 28.07.2019, 14:09 Uhr

An der Börse wird es kommende Woche ganz bestimmt nicht langweilig. Die Blicke ruhen auf der US-Notenbank und einem ganzen Reigen neuer Quartalszahlen. Also alles, was die Börse braucht.

Nachdem die EZB in der Vorwoche zwar eine wieder expansivere Gangart signalisiert hat, zunächst aber auf der Bremse geblieben war, gehen kommende Woche alle Augen nun auf die amerikanischen Währungshüter.

Mit einer Zinssenkung wird an den Märkten fest gerechnet. Aber werden es 25 oder sogar 50 Basispunkte? Die Experten sind sich nicht einig. Wichtig wird sein, wie Fed-Chef Jerome Powell eine Senkung begründet.

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

Denn er muss vermeiden, als Befehlsempfänger von Donald Trump dazustehen, der schon lange Zinssenkungen fordert und heftigen Druck auf die Bank ausübt. "Die US-Notenbank dürfte diese erste Zinssenkung in zehn Jahren als Versicherung gegen eine mögliche Abschwächung verkaufen.", meinen die Ökonomen der Commerzbank.

Streng genommen kann man immer noch darüber streiten, ob eine Senkung des Leitzinses von aktuell 2,25 bis 2,50 Prozent überhaupt notwendig ist. Denn die US-Wirtschaft floriert und ist vollbeschäftigt, wenn auch mit sich abschwächenden Wachstumsraten.

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"Man bekommt immer stärker den Eindruck, dass die US-Notenbank gegen eine Phantom-Rezession kämpft", sagt NordLB-Volkswirt Tobias Basse. Wie auch immer, die Wall Street jedenfalls ist elektrisiert und hat schon neue Rekordstände erklommen.

Konjunkturdaten genau im Auge

Vor diesem Hintergrund wird der Markt die wöchentlichen Konjunkturdaten besonders genau unter die Lupe nehmen. Am Freitag stehen in den USA die offiziellen Arbeitsmarktdaten auf der Agenda, traditionell das wohl wichtigste Datum auf dem Kalender.

Aber auch die US-Konsumausgaben am Dienstag sind ein wichtiger Hinweis, steht und fällt Amerikas Wohlstand doch mit dem privaten Konsum. In Europa und auch hierzulande werden zudem Stimmungsdaten der Verbraucher und der Einkaufsmanager erwartet.

Berichtssaison auf vollen Touren

Das Salz in der Börsensuppe aber sind und bleiben die Unternehmensergebnisse. Die Zahlen und die Ausblicke der Unternehmen fügen sich mit den Konjunkturdaten zu einem großen Puzzle zusammen.

Davon gibt es in der kommenden Woche jede Menge. Unter anderem neun Dax-Werte, zahlreiche Unternehmen aus der zweiten Reihe und europäische und amerikanische Großkonzerne - es ist alles dabei.

Unter anderem werden Quartalsberichte von Siemens, Bayer und Allianz aus dem Dax erwartet. Aus den USA öffnen Schwergewichte wie Apple, Berkshire Hathaway oder die großen Ölwerte ihre Bücher, und aus Europa gibt es unter anderem Ergebnisse von Axa, Sanofi, Swiss Re oder BP. Die Analysten haben also alle Hände voll damit zu tun, ihre Modelle mit den neuen Zahlen abzugleichen.

Politik im Hintergrund

Natürlich bleibt die Politik, allen voran der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt, als Dauerthema auf der Agenda der Märkte, auch wenn sie derzeit etwas in den Hintergrund gerückt ist. Nächste Woche gehen immerhin die Gespräche zwischen den USA und China weiter, deren Zollpolitik die Weltwirtschaft schon lange in Sippenhaft nimmt.

Jederzeit an die Spitze der Nachrichten kann auch der Iran-Konflikt rücken, sollte sich die Lage in der ölreichen Region zuspitzen. Und mit der Wahl Boris Johnsons zum britischen Premier können sich die Märkte wohl schon jetzt auf einen "No-Deal"-Brexit am 31.10. einstellen.

Die britische Regierung jedenfalls will große Summen bereitstellen, um das Land "vorzubereiten" - ob es eine ähnlich übliche Rattenfängerei der Brexit-Hardliner wird wie 2016 vor der Brexit-Abstimmung? Zu befürchten ist jedenfalls, dass die Vernunft auf der Strecke bleibt. Am Donnerstag ist die Schweizer Börse wegen des Nationalfeiertages der Eidgenossen geschlossen.

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Die Hingucker der Woche Viele Dax-Werte legen Zahlen vor

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