Daimler contra Apple?

Daimler-Vorstand Dieter Zetsche lacht

Daimler-Boss: "Wir haben das Auto erfunden" Zetsche hat keine Angst vor Apple

Stand: 22.02.2015, 13:48 Uhr

Spekulationen über einen Einstieg des Computerriesen Apple ins Automobilgeschäft lassen Daimler-Chef Dieter Zetsche einem Medienbericht zufolge kalt. Außerdem ist Wettbewerb ja immer gut.

"Wir haben lange Erfahrung im Automobilbau, wir haben das Auto erfunden. Und Erfahrung ist in einem so komplexen Geschäft wie dem Automobilbau mit entscheidend. Wer dort neu einsteigt, hat die nicht", sagte Zetsche der "Welt am Sonntag". "Wenn wir morgen ankündigten, dass Daimler künftig Smartphones baut, würde das Apple nicht beunruhigen oder aus der Bahn werfen. Und das gilt auch für uns."

Sollte Apple ins Geschäft mit Autos einsteigen, würde Zetsche demnach "viel Erfolg wünschen und den neuen Wettbewerber begrüßen". Erst unlängst hatte Daimler die Investoren mit einer Rekorddividende und soliden Quartalszahlen entzückt.

iPod, iWatch, iTV, iPhone, iPad, iCar?

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 3 Monate
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Vor einigen Tagen hatten das "Wall Street Journal" und Bloomberg berichtet, Apple entwickle in einer geheimen Abteilung mit mehreren hundert Mitarbeitern ein Auto mit Elektroantrieb. Nun wird kräftig über Apples Pläne im Autogeschäft spekuliert. Der iPhone-Konzern treibe sein Entwicklerteam an, die Produktion schon 2020 zu starten, schrieb der Finanzdienst Bloomberg.  

Bekannt ist auch, dass führende Mitarbeiter unter anderem von Daimler und vom Autozulieferer Autoliv zum iPhone-Konzern wechselten. Für Apple wäre dies ein radikaler Vorstoß in eine ganz andere Branche. Dass sich Google unter Autobauern etablieren will, ist hingegen bekannt.

"Wir gehen unseren Weg"

"Wir haben Respekt vor jedem ernstzunehmenden Wettbewerber", sagte Zetsche weiter. "Und wenn das eine Firma ist, die einen wirtschaftlich starken Hintergrund hat, ist das zweifellos eine potenzielle Stärke eines Wettbewerbers." Der Daimler-Chef machte aber auch deutlich, dass es weltweit mehr als hundert Automarken gebe. "Einige stehen mit uns in direktem Wettbewerb, andere weniger. Ob es da nun eine mehr oder weniger gibt, ist irrelevant. Wir gehen unseren Weg."

Die Autobranche ist bei den Investoren im Moment sehr beliebt. Im laufenden Jahr hat sich die Daimler-Aktie mit einem Aufschlag von mehr als 20 Prozent bereits prächtig entwickelt. Auch BMW und Volkswagen erhöhten den Börsenwert um mehr als ein Viertel.     

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