Zara-Shop in Wien

Nur noch einstelliges Wachstum Zara-Mutter glänzt nicht mehr wie früher

Stand: 14.03.2018, 10:39 Uhr

Was ist los mit Inditex? Die weltgrößte Modekette wächst so schwach wie seit Jahren nicht mehr. Die Euro-Stärke macht den Spaniern zu schaffen. Doch es gibt auch einen Lichtblick: das Online-Geschäft.

Während viele Modekonzerne unter der Konkurrenz der Onlinehändler wie Amazon, Zalando und Asos leiden, expandiert Inditex im Internet. Der Branchenprimus, besser bekannt unter seiner Marke Zara, steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Ende Januar 2018) den Online-Umsatz um mehr als 40 Prozent. Vor allem in asiatischen Ländern kann Inditex im E-Commerce punkten. Mittlerweile werden zehn Prozent des Konzernumsatzes über das Internet erwirtschaftet.

Starker Euro schmälert den Gewinn

Trotz des Online-Booms stiegen die Erlöse der Zara-Mutter auf vergleichbarer Fläche - also ohne Neueröffnungen - nur noch um neun Prozent auf 25,3 Milliarden Euro. In den Jahren zuvor hatte das Wachstum noch im zweistelligen Bereich gelegen.

Auch beim Gewinn sind die rasanten Zuwachsraten vorbei. Im Geschäftsjahr 2017/18 erhöhte sich der Überschuss noch um sieben Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Schuld daran war der starke Euro. Inditex ist anfällig für Währungsschwankungen, da rund die Hälfte des Umsatzes außerhalb der europäischen Währungsunion erzielt wird.

Aktien kommen aus der Mode

Die nachlassende Wachstumsdynamik bei Inditex kommt an der Börse nicht gut an: Die Aktien büßt am Mittwoch zwei Prozent ein. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort. In den letzten zwölf Monaten haben die Modetitel gut 25 Prozent verloren.

Auch andere Modeaktien standen zuletzt unter Druck. Der Kurs von H&M halbierte sich auf Ein-Jahres-Sicht nahezu. Die schwedische Modekette verdient immer weniger und kappte vor kurzem auch noch die Umsatzprognose.

Solider Start ins neue Jahr

Analysten sehen Inditex nach wie vor relativ positiv. So hat die US-Investmentbank Goldman Sachs die Modeaktien nach den Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 36 Euro belassen. Für das neue Geschäftsjahr rechnet Goldman wegen der Konzernprognose über ein geringeres Flächenwachstum mit einer leicht sinkenden Konsensschätzung für das Vorsteuerergebnis. Das Analysehaus Jefferies stuft die Titel des spanischen Textilunternehmens ebenfalls weiter auf "Buy" mit einem Kursziel von 31 Euro ein. Der Start ins neue Geschäftsjahr 2018/19 sei solide gewesen.

In den ersten fünf Wochen des neuen Geschäftsjahrs stieg der Umsatz mit Frühlingsmode ohne Wechselkurseffekte um neun Prozent. Das Erfolgsgeheimnis von Inditex bleiben die schnell wechselnden Kollektionen. Durch die Fertigung eines Großteils der Waren in Europa schafft es die Zara-Mutter, Modetrends von den Laufstegen schneller in die Schaufenster zu bringen.

nb