Zapf Creation: Kursverlauf am Börsenplatz Stuttgart für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Zapf Creation: Auferstanden aus Ruinen

Stand: 25.09.2017, 14:15 Uhr

Als der oberfränkische Puppenhersteller Zapf Creation vor vier Jahren einen Kapitalschnitt beschloss, schien das Unternehmen dem Ende nahe. Die Aktie stürzte auf nur noch 67 Cent ab, ohne Aussicht auf Erholung. Doch dann kam alles ganz anders.

Zwar ging der Umsatz, der 2010 noch 79,3 Millionen Euro betragen hatte, in den Folgejahren immer weiter zurück und erreichte 2015 seinen bisherigen Tiefpunkt bei 49,8 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl sank auf nur noch 73 Personen. Doch seit dem vergangenen Jahr zeichnet sich eine Wende ab.

Der Umsatz ist auf 55,1 Millionen Euro (in der AG) geklettert und erreicht knapp 70 Millionen Euro auf Konzernebene. Die Bruttomarge verbesserte sich entgegen der anfänglichen Prognose des Vorstands auf 53,4 Prozent. Der Jahresüberschuss überstieg das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 (7,0 Millionen Euro) um 1,2 Millionen auf 8,2 Millionen. Auf Konzernebene wurde gar ein Ergebnis von 8,9 Millionen Euro erreicht.

Spektakulärer Wiederaufstieg der Aktie

Welch ein Krontrast zur Lage vor vier Jahren. Damals wurde nach anhaltend roten Zahlen, die zum Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals führten, ein Kapitalschnitt beschlossen, bei dem die Aktien im Verhältnis 3:1 zusammengelegt werden. Dadurch schmolz das Grundkapital auf nur noch 6,4 Millionen Euro zusammen.

Dass sich Zapf von diesem Tief erholt hat, spiegelt sich vor allem im Aktienkurs. Der hat sich seit vergangenem Winter verdreifacht auf zeitweise 18,80 Euro - den höchsten Stand seit zehn Jahren.

Großaktionär Larian

Hinter diesem spektakulären Anstieg steckt ein amerikanischer Geschäftsmann mit jüdisch-iranischen Wurzeln: Isaac Larian. Er ist der Gründer von MGA Enterainment, eines der größten Spielzeughersteller der Welt. Larian gelang es im Sommer 2016 innerhalb weniger Tage, 23 Prozent der Aktien des im Freiverkehr gehandelten Unternehmens zu kaufen – und ein freundliches Übernahmeangebot des japanischen Wettbewerbers Bandai auszustechen. Inzwischen hält Larian direkt und indirekt gut 89 Prozent der Zapf-Anteile.

Babyborn Puppen von Zapf Creation

Babyborn Puppen. | Bildquelle: Unternehmen

Larian, der mal als kleiner Importeur von Textilien in den USA begann, versucht – anders als seine Konkurrenten –, rund um die Puppen eine ganze Erlebniswelt aus TV-Serien, DVDs, Figuren und Accessoires zu verkaufen. Mit diesem bei der Firma Bratz erfolgreichen Konzept will er jetzt auch Zapf auf die Beine bringen.

Unternehmen bleibt blackbox

Wie die Zahlen für 2016 zeigen, kann Larian bereits erste Erfolge vorweisen. Zur Entwicklung in diesem Jahr gibt es bisher keine Auskünfte. Das Unternehmen ist nicht verpflichtet, Quartalszahlen zu veröffentlichen. Nur soviel: Die Zapf-Aktie scheint ihren vorläufigen Höhepunkt überschritten zu haben. Seit dem Hoch von 18,90 Euro im August hat das Papier knapp 15 Prozent an Wert eingebüßt.

Ob sich Zapf in diesem Jahr weiter erholt hat, werden die Anleger wohl erst im kommenden Frühjahr erfahren. Privatanleger, die sich an dem Unternehmen beteiligen wollen, kaufen sich also zunächst in eine "Black Box" ein. Auch lässt sich noch nicht absehen, ob die knallharten Methoden des Großaktionärs Larian nachhaltigen Erfolg generieren. Zudem ist die Aktie bei einem geringen Streubesitz nicht sehr liquide. Risikoaverse Anleger sollten also besser die Finger von solchen Papieren lassen.

lg