Junge Frau mit einem Stapel Zalando-Pakete

Corona-Profiteur Zalando will einen Zahn zulegen

Stand: 20.11.2020, 11:20 Uhr

Zalando, einer der Profiteure der Corona-Krise, erwartet eine Beschleunigung des Wachstums im kommenden Jahr. Die Plattformstrategie scheint sich auszuzahlen: Der Modehändler ist an der Börse bereits mehr als 20 Milliarden Euro wert.

Man sei auf schnelleres Wachstum vorbereitet, hatte Finanzchef David Schröder auf einer Konferenz der US-Bank Morgan Stanley gesagt. Zalando, die europäische Nummer eins im Online-Modehandel, wandelt sich gerade von einem reinen Händler zu einem Plattform-Anbieter, der Provisionen verlangt und mit Logistik-Dienstleistungen verdient.

Das Partnerprogramm ist erfolgreich

Aktuell bieten etwa 2.000 Läden ihre Waren über die Zalando-Website an. Aufgrund der Corona-Pandemie führte der Modehändler zudem ein spezielles Hilfsprogramm für Modeläden ein. Zalando verzichtet bis zum Ende des ersten Quartals 2021 auf Provisionszahlungen und bietet wöchentliche Zahlungsintervalle an. Ziel sei es laut Management, die Liquidität der Händler zu unterstützen, die ihren Offline-Bestand auf der Zalando Plattform verkaufen.

Unternehmensangaben zufolge ist das bereits jetzt die größte Plattform für lokale Modegeschäfte in Europa. Die Zahl der Läden will Zalando im kommenden Jahr verdreifachen.

Zalando App

Zalando App. | Bildquelle: picture alliance / NurPhoto

Schneller auf Trends reagieren

Mittels des Partnerprogramms können Marken ihre Bestände ebenfalls auf der Zalando-Plattform anbieten. Über das erweiterte Sortiment möchte Zalando die Kundenreichweite vergrößern und wiederum mehr Marken auf die Plattform ziehen. Das eingeführte Marktplatzprinzip bringe für Zalando profitable Umsätze mit sich, urteilt Goldman-Sachs-Analyst Richard Edwards.

Und nicht nur das: Schröder zufolge hilft es dem Unternehmen auch dabei, schneller auf Trends zu reagieren - gerade in der Modebranche kein nebensächliches Detail.

Gute Zeiten für Onlinehändler

Zalando ist einer der Profiteure der Corona-Krise. Immer mehr Menschen shoppen im Netz und kaufen ihre Kleidung online ein. Zalando hatte Anfang Oktober zum zweiten Mal seine Jahresprognose angehoben. "Unsere Strategie ist richtig für die Krise wie für die Zeit danach", sagte Schröder. Auch die letzten Quartalszahlen waren stark ausgefallen.

Die Zalando-Aktie hat in diesem Jahr bisher 75 Prozent zugelegt. Anfang November erreichten sie ein Rekordhoch bei 91,10  Euro. Heute steigen sie um mehr als ein Prozent auf 80,42 Prozent. Inzwischen ist das Geschäft am Markt mehr als 20 Milliarden Euro wert.

ts