Blaue Schuhe auf Zalando-Karton
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Umsatz statt Marge Zalando setzt ganz auf Wachstum

Stand: 01.03.2018, 09:21 Uhr

Der Online-Modehändler Zalando aus dem MDax bleibt auch im neuen Geschäftsjahr ganz auf Wachstumskurs. Andere Ziele müssen da zurückstehen.

Insbesondere die Investitionen sollen weiter hochgefahren werden, kündigte das Berliner Unternehmen bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr an. Eckdaten hatte Zalando bereits Mitte Januar präsentiert.

Nicht zuletzt die hohen Investitionen von fast 244 Millionen Euro in Logistik und Personal haben dafür gesorgt, dass das Margenziel des Unternehmens verfehlt wurde. Ursprünglich hatte Zalando hier zwischen 5,0 und 6,0 Prozent angepeilt, letztlich aber nur 4,8 Prozent erreicht.

Vorstandsmitglied Rubin Ritter ficht das aber nicht an. Er hatte zuletzt bereits deutlich gemacht, dass er nicht von steigenden Margen ausgehe, sondern sich stattdessen lieber auf den Ausbau des Marktanteils konzentrieren wolle. Ohne Unternehmenszukäufe sollen im laufenden Jahr 350 Millionen Euro investiert werden.

Margenprognose bescheidener

Für 2018 strebt Zalando erneut ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent an, was in der Mitte der Spanne ein zusätzliches Geschäft von rund einer Milliarde Euro bedeuten würde. 2017 erzielt Zalando wie bereits bekannt ein Umsatzplus von 23,4 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro.

Zalando-Vorstand (v. l.) Rubin Ritter, David Schneider, Robert Gentz

Zalando-Vorstand (v. l.) Rubin Ritter, David Schneider, Robert Gentz. | Bildquelle: Unternehmen

Laufe alles optimal, könne das bereinigte Ebit um bis zu 25 Prozent auf 270 Millionen Euro zulegen, hieß es weiter. Im schlechtesten Fall soll es demnach zu einem Plus von 2,3 Prozent reichen. Das wäre immer noch mehr als im vergangenen Jahr, in dem Zalando das bereinigte Ebit mit rund 215 Millionen Euro lediglich stabil hielt.

Auf Basis des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet der Konzern eine Marge von 4,0 bis 5,0 Prozent, nach 4,8 Prozent im Vorjahr. Das bereinigte Ebit soll demnach bei 220 bis 270 Millionen Euro liegen.

Zahlen kommen nicht gut an

In einem schwachen Gesamtmarktumfeld gibt die Zalando-Aktie deutlich über drei Prozent nach und gehört damit zu den größten Verlierern im MDax. Das Papier hat sich unter Schwankungen in den vergangenen zwölf Monaten jedoch gut geschlagen und konsolidiert derzeit auf hohem Niveau.

rm/rtr/dpa