Ein schreiender Paketbote aus der Zalando-Werbung
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Gelungener Endspurt des Mode-Händlers Zalando: Anleger völlig aus dem Häuschen

Stand: 28.02.2019, 13:00 Uhr

Vor allem das starke Weihnachtsquartal hat ein für Zalando schwieriges Jahr gerettet: Die Bestellungen beim Onlinehändler nehmen zu, die Kunden werden mehr, der Umsatz wächst. Nach den frischen Jahreszahlen füllen die Investoren ihre Depots mit der Aktie.

Europas größter Online-Modehändler Zalando hat dank guter Verkäufe im Weihnachtsquartal die eigenen Jahresziele erreicht. Allerdings hatte der Konzern seine Ziele im vergangenen Jahr auch zweimal gesenkt. Zalando litt wie andere Modehändler auch unter dem heißen Sommer und damit verbundenen vollen Lagern und musste Kunden hohe Rabatte gewähren, um die Ware loszuschlagen.

Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um ein Fünftel auf 5,4 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag bei 173,4 Millionen Euro und damit ebenfalls im Rahmen der Erwartungen von 150 bis 190 Millionen Euro. Allerdings fiel Zalando damit deutlich hinter das Ergebnis vom Vorjahr von rund 215 Millionen Euro zurück.

Rubin Ritter

Rubin Ritters Gespür für Mode: Der Umsatz wächst . | Bildquelle: picture alliance / dpa

»2018 hatte seine Herausforderungen, aber wir haben im vierten Quartal unsere Kräfte gebündelt und einen erfolgreichen Schlussspurt hingelegt. Das Ergebnis im vierten Quartal zeigt einmal mehr, dass wir mit unseren langfristigen Wachstumszielen auf dem richtigen Weg sind«

Rubin Ritter, Vorstand

In Wachstum investieren  

Zalando: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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In der Unternehmensmitteilung unterstricht das Management, dass der Kundenstamm wächst, genau wie die Anzahl an Bestellungen. Die Zahl aktiver Kunden sei im Vergleich zum Vorjahr von 23,1 Millionen auf 26,4 Millionen Kunden geklettert, die 116,2 Millionen Mal bestellten, heißt es. 2017 seine es noch 90,5 Millionen gewesen. Die Zahl der Site-Visits beim Onlinehändler sei von 2,6 Milliarden 2017 auf 3,1 Milliarden gestiegen. Insbesondere im vierten Quartal habe es den höchsten Anstieg aktiver Kunden seit fünf Jahren gegeben.

Für das neue Geschäftsjahr strebt Zalando weiteres Wachstum an: Der Umsatz soll am unteren Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent wachsen, das bereinigte Ebit sieht der Konzern bei 175 bis 225 Millionen Euro, was im günstigsten Fall wieder deutlich mehr wäre als 2018. Dabei will der Konzern weiter investieren - rund 300 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

Netflix, Spotify, Zalando

Rubin Ritter äußert sich extrem optimistisch: "Wir wollen mehr als drei Mal so stark wachsen wie der gesamte Online-Modemarkt", sagte der Vorstand. Vorstandskollege David Schröder will sich am Erfolg von Netflix und Spotify orientieren, die die etablierte Film- und Musikbranche ordentlich durcheinander gewirbelt haben. Er gab als Motto für Zalando aus: "Wir wollen die erste Anlaufstelle für Mode werden."

Das sind natürlich Sätze, die Anleger hören wollen: Die Aktie legt um mehr als 20 Prozent zu. Im Verlauf der vergangenen sechs Monate hatte das Papier allerdings auch mehr als 40 Prozent eingebüßt. Analysten sind mit den Zahlen ebenfalls zufrieden, wenn auch nicht so euphorisch wie die Anleger.

"Das starke vierte Quartal sollte wieder Vertrauen in das Wachstum wecken", sagte Christian Salis von der Bank Hauck & Aufhäuser. Trotz Investitionen in die IT und Auftragsabwicklung habe die bereinigte operative Marge (Ebit) im Schlussquartal die Markterwartung geschlagen. Mit den Prognosen für den Rest des Jahres trotze Zalando den Bedenken am Markt, dass das zuletzt ins Stottern geratene Wachstum strukturelle Ursachen haben könnte.

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Fashion-Branche im Wandel Schwere Zeiten für Modeaktien

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