In die Verlustzone gerutscht Zalando: Mode gerade nicht so gefragt

Stand: 16.04.2020, 07:28 Uhr

Wer zu Hause sitzt, muss nicht immer spitze aussehen: Der Modehändler Zalando ist wegen der Corona-Pandemie im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Im zweiten Quartal soll Kleidung wieder wichtiger werden. Die Anleger freuen sich schon.

Im frühen Handel klettern die Titel von Zalando um mehr als fünf Prozent. Worte des Finanzchefs machen Hoffnung: "Hinter uns liegt ein herausforderndes Quartal. Dennoch ist es uns gelungen, weiter zu wachsen. Die ersten Wochen im April lassen uns optimistisch auf das zweite Quartal blicken", verkündet Zalando CFO David Schröder.

Vorläufigen Zahlen zufolge dürfte der Verlust beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) im ersten Quartal in einer Spanne von 90 bis 110 Millionen Euro liegen. Ein Jahr zuvor hatte Zalando hier noch einen Gewinn von 6,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Schwacher März verhagelt Quartal  

Zalando verzeichnete wegen einer sinkenden Nachfrage ab März ein niedrigeres Umsatzwachstum, zudem musste das Unternehmen 40 Millionen Euro auf den Warenbestand abschreiben. Der Umsatz stieg dank guter Geschäfte im Januar und Februar noch um 10,1 bis 11,6 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro. Die liquiden Mittel bezifferte das Unternehmen auf gut eine Milliarde Euro.

Überraschend kommen die negativen Zahlen nicht, da Zalando bereits vor einem schwachen Auftaktquartal gewarnt hatte.

Zalando-Pakete

Zalando-Pakete: E-Commerce schwächelt. | Bildquelle: picture alliance / dpa

E-Commerce schwächelt insgesamt

Dass auch der Onlinehandel unter der Coronakrise leidet, hatte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) vor einigen Tagen mitgeteilt. Bei  Bekleidung sank der Umsatz im März um mehr als 35 Prozent und in der Unterhaltungselektronik um knapp 21 Prozent. In Zeiten der Ausgangs- und Kontaktsperre steht modische Bekleidung auf den Prioritätenlisten der Konsumenten nicht ganz oben.    

Deshalb plant Zalando Einsparungen in Höhe von 250 Millionen Euro in Bereichen wie Marketing und Gemeinkosten. Investitionsausgaben würden um 100 Millionen Euro reduziert.

ts