Zalando-Versandkarton
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Aktie einer der Gewinner im MDax Zalando mit Rekordzahlen am Black Friday

Stand: 26.11.2018, 11:22 Uhr

Europas größter Modehändler Zalando überzeugt Anleger mit florierenden Geschäften an der aus den USA herübergeschwappten Marketing-Initiative "Black Friday". Die Aktie legte am Montag in der Spitze 4,8 Prozent auf 29,58 Euro zu und zählte damit zu den größten Gewinnern im MDax.

Zalando-Versandkartons

Zalando. | Bildquelle: Unternehmen

Der "Black Friday" war für das Berliner Unternehmen ein voller Erfolg: Die Zahl der Bestellungen verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf etwa zwei Millionen. Zu Höchstzeiten gingen mehr als 4.200 Bestellungen pro Minute ein, teilte der Konzern am Montag mit. 2017 habe der Spitzenwert noch bei 2.000 Bestellungen gelegen. Neukunden überzeugten die Angebote offenbar auch, die Anzahl verdoppelte sich auf mehr als 220.000. Am häufigsten kauften Zalando-Kunden schwarze Sneaker.

In den Vereinigten Staaten gilt der Brückentag nach dem Thanksgiving-Feiertag seit langem als umsatzträchtigster Tag des Jahres. Auch in Deutschland wird der Aktionstag für den Online- wie auch Einzelhandel immer wichtiger. Viele Unternehmen locken Kunden mit Preisnachlässen im zweistelligen Prozentbereich.

"Starke Ergebnisse in allen Märkten haben die Cyber Week und einen rekordverdächtigen Black Friday zu einem vollen Erfolg für Zalando gemacht. Dies war nicht nur ein wichtiger Tag für unsere Kunden, sondern hat uns auch die Möglichkeit gegeben, unsere Technologie- und Logistikinfrastruktur auf Skalierbarkeit und die Bedürfnisse zukünftigen Wachstums zu testen", sagte Moritz Hahn, Senior Vice President of Commercial Business.

"Black Friday" sorgt für Erholung an der Börse

Die Anleger freuten sich ebenfalls über die Rekordzahlen. Das Papier rauschte am Montag zeitweise 4,8 Prozent auf 29,58 Euro in die Höhe. Zur Stunde legt die Zalando-Aktie um 3,61 Prozent zu. Damit zählt sie weiterhin zu den größten Gewinnern im MDax.

Allerdings verloren die Papiere des Berliner Unternehmens seit Jahresbeginn auch rund 36 Prozent an Wert. An der Börse herrschen spätestens seit den Umsatz- und Gewinnwarnungen im Sommer deutliche Zweifel an der Unternehmensvision. Nach dem Allzeithoch Mitte Juli mit fast 50 Euro pro Titel, befindet sich die Aktie auf Talfahrt und fiel um mehr als 40 Prozent. Vor einer Woche stand sie bei 27,17 Euro, dem tiefsten Stand seit über zwei Jahren.

Umsatzprognose weiter in Gefahr

Ein schreiender Paketbote aus der Zalando-Werbung

Zalando-Werbung. | Bildquelle: Unternehmen

Zalando dürfte die Flut an Bestellungen sehr gelegen gekommen sein. Nach einem schlechten Sommergeschäft setzen die Berliner nun auf den Winter. Im dritten Quartal steckte der Modehändler in den roten Zahlen fest. Nach dem dritten Quartal dürfte es für Zalando nicht leichter geworden sein, wieder das gewohnte Wachstumstempo einzuschlagen. Laut Zalando soll in den drei Schlussmonaten 2018 der Umsatz um 20 bis 25 Prozent zulegen.

Grund für die Enttäuschungen in der Quartalsbilanz war nach Angaben des Unternehmen das zu heiße Wetter in der Sommersaison gewesen, dass viele Kunden von Käufen auf der Online-Plattform abgehalten habe. Der "lange und außergewöhnlich heißen Sommer", aber auch der "verspätete Start in die Herbst-/Wintersaison" habe auf den Umsatzerlösen und damit auch auf den Margen gelastet. Zudem habe sich das Partnerprogramm sehr stark entwickelt, dies habe sich aber in Höhe der Provision auf den Umsatz ausgewirkt.

Zalando reagiert mit Versandkosten

In Italien führt das Berliner Unternehmen nun erstmals Versandkosten ein. Bei einem Bestellwert unter 25 Euro soll eine Porto-Pauschale von 3,50 Euro anfallen, berichtet das "Handelsblatt". Bisher verfolgte Zalando die Strategie, kostenlosen Versand und Rückversand anzubieten. Diese Freiheit schaffte die Firma jetzt im ersten Land ab.

Der Online-Händler reagiert nach eigenen Angaben mit der neuen Porto-Strategie auf das Einkaufsverhalten von italienischen Kunden, die oft nur einen Artikel pro Auftrag bestellen würden. Dieses Verhalten sei ein Sonderfall und ein Porto in den 15 weiteren Zalando-Märkten in Europa daher nicht geplant.

tb