Zalando Online-shopping

Neue Strategie des Online-Händlers Zalando macht auf Luxus und Secondhand

Stand: 27.02.2020, 10:52 Uhr

Schuhe sind längst nicht mehr der große Renner bei Zalando. Der Online-Händler wächst am stärksten mit Premium-Mode. Deshalb soll das Luxusgeschäft ausgebaut werden. Aber auch Secondhand-Mode wird künftig wichtiger. Verzettelt sich Zalando?

Luxus und Secondhand - für Zalando passt das zusammen. Der Online-Modehändler aus Berlin-Friedrichshain kündigte am Donnerstag an, stärker in den Markt für teure Mode einzusteigen und gleichzeitig auch zunehmend auf gebrauchte Kleidung zu setzen. Ab Herbst dieses Jahres sollen Kunden Secondhand-Produkte auf der Zalando-Plattform kaufen und eigene Modeartikel an Zalando verkaufen können.

Premium- und Luxusmode-Sortiment wird deutlich ausgebaut

Das Sortiment an Premium- und Luxusmode soll bis 2023 verdoppelt werden, gab der Online-Händler bekannt. "Die Premium-Kategorie ist in den letzten Monaten am schnellsten gewachsen, und wir sehen großes Potenzial, darauf aufzubauen", erklärte Zalando-Co-Vorsitzende David Schneider. Dabei nimmt Zalando vor allem jüngere Kunden ins Visier.

Dank der wachsenden Nachfrage nach Premium-Mode steigerte Zalando im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um gut ein Fünftel auf 6,5 Milliarden Euro. Das Bruttowarenvolumen, das Gesamtausgaben von Kunden sowohl für Waren von Zalando als auch für solche aus dem Partnerprogramm umfasst, stieg um knapp 24 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verdiente das MDax-Unternehmen mit gut 99 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Zalando verzeichnete dabei vor allem im Schlussquartal deutliche Zuwächse. Insgesamt zählte der Online-Modehändler 4,6 Millionen neue Kunden 2019.

Gedämpfte Aussichten für 2020

Ein schreiender Paketbote aus der Zalando-Werbung

Zalando-Werbung. | Bildquelle: Unternehmen

In diesem Jahr rechnet Zalando allerdings mit einem langsameren Wachstum. Der Umsatz soll um 15 bis 20 Prozent zunehmen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll 2020 bei 225 bis 275 Millionen Euro liegen. Analysten waren im Vorfeld von einem Ergebnis von durchschnittlich knapp 246 Millionen Euro ausgegangen. Nicht enthalten in der Prognose sind mögliche negative Effekte durch das Coronavirus. Die Geschäftsentwicklung könnte durch die Epidemie aber beeinträchtigt werden, wenn es zu Lieferverzögerungen komme, meint Thomas Mail, Analyst bei der DZ Bank.

Händler werteten den Ausblick als vorsichtig. Die Aktien büßen am Donnerstagvormittag rund fünf Prozent ein und sind größter Verlierer im MDax. Zuletzt waren die Papiere auf Höhenflug gewesen - und hatten sich dem Rekordhoch von fast 50 Euro vom Sommer 2018 angenähert.

nb