Zalando-Pakete

Vorläufige Jahreszahlen Zalando legt Jahresschlusspurt hin

Stand: 17.01.2018, 09:19 Uhr

Was würde die Online-Modeplattform Zalando aus dem MDax nur ohne das Weihnachtsgeschäft machen? Der Jahresschlussspurt sorgt dafür, dass die Berliner ihre Jahresziele erreichen dürften.

Denn noch sind es vorläufige Zahlen, die das Unternehmen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2017 am Morgen veröffentlicht hat - die sich zudem immer noch in Bandbreiten bewegen. Endgültige Zahlen sowie einen detaillierteren Ausblick gibt es erst am 1. März.

Stark zum Jahresschluss

Eines wird aber deutlich. Das wichtige Weihnachtsgeschäft hat dafür gesorgt, dass die Jahresziele, wenn auch knapp, erreicht wurden. Im Schlussquartal lagen die Erlöse zwischen 1,32 bis 1,34 Milliarden Euro, erwartet worden waren im Schnitt 1,35 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung im Jahresvergleich zwischen 21,2 und 23,2 Prozent.

Im Gesamtjahr lag das Erlösplus bei bis zu 23,7 Prozent auf bis zu 4,5 Milliarden Euro. Damit hat das Unternehmen sein Ziel erreicht, das zwischen 20 und 25 Prozent lag.

Zalando Logistikzentrum in Erfurt

Zalando Logistikzentrum in Erfurt. | Quelle: picture-alliance/dpa

Auch ergebnisseitig sind die Berliner knapp im Plan. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag zwischen Oktober und Dezember zwischen 107 und 120 Millionen Euro, die Erwartung lag bei 112,3 Millionen. Für das Gesamtjahr werden maximal 222 Millionen Euro erwartet womit die überragende Bedeutung der letzten Jahreswochen besonders deutlich wird. "Wir haben einen starken Endspurt hingelegt, trotz eines schwierigen Oktobers, sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter. Auch im laufenden Jahr wolle man weiter wachsen und Marktanteile ausbauen, sagte er weiter.

Wachstum ist teuer

Allerdings bremsen die hohen Investitionen in die Technologie- und Logistikinfrastruktur und drücken auf die Marge. Diese lag im vierten Quartal, bezogen auf das Ebit, zwischen 8,1 und 8,9 Prozent nach 8,8 Prozent im Vorjahr. Im Gesamtjahr wird eine Ebit-Marge zwischen 4,7 bis 4,9 Prozent erwartet, was im Rahmen der postulierten Ziele liegt. Erst Anfang November hatte der Konzern unter anderem wegen hoher Investitionen seinen Margenausblick gekappt. Unter anderem Investitionen im Zuge des Neueinstieges in den Markt für Beauty-Produkte hatten im Vorquartal dazu geführt, das rote Zahlen ausgewiesen wurden.

Aktie zuletzt erholt

An der Börse kommen die Zahlen gut an, die Zalando-Aktie ist am Morgen größter Gewinner im MDax. Seit dem Kursverfall nach der November-Warnung hat sie sich gut erholt. Anfang Dezember markierte sie bei 46,48 Euro sogar ein neues Rekordhoch. Die Anleger setzen also weiter auf den Erfolg der Onlinestrategie, die voll im Zeitgeist liegt. Bei 200 Millionen Besuchern monatlich kamen im dritten Quartal 72 Prozent der Shopbesuche von mobilen Endgeräten. Zalandos Angebot richtet sich nach Unternehmensangaben an Kunden in 15 europäischen Märkten, hinzu kommen fünf zentrale Logistikzentren.

rm