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Gewinnwarnung Nummer zwei Auch Zalando findet: Dieser Sommer war einfach zu heiß

Stand: 18.09.2018, 09:16 Uhr

Der MDax-Konzern Zalando muss seine Jahresprognose erneut senken. Als Begründung führt Europas größter Online-Modehändler die Hitzewelle in Europa an. Aber ist das Wetter wirklich an allem schuld?

Wenn es nach Zalando geht, dann schon. Der heiße Sommer in Europa muss bei dem Unternehmen schon wieder als Rechtfertigung für eine Prognosesenkung herhalten. Zalando rechnet im Gesamtjahr nur noch mit einem Umsatzplus am unteren Ende der angestrebten 20 bis 25 Prozent.

Nach der letzten Prognosesenkung Anfang August war Zalando noch davon ausgegangen, in der unteren Hälfte der Spanne landen zu können.

Erwarten Sie bloß nicht zu viel!

Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) traut sich Zalando nur noch 150 bis 190 Millionen Euro zu, nachdem der Konzern zuletzt noch das untere Ende der bisher gesteckten Prognose von 220 bis 270 Millionen Euro angepeilt hatte.

Für das dritte Quartal 2018 erwarte Zalando ein Umsatzwachstum und bereinigtes Ebit deutlich unter den Analystenschätzungen, hieß es weiter. Wer also auf eine Aufholjagd im Oktober gehofft hatte, der dürfte enttäuscht werden.

Das kommt einem irgendwie bekannt vor

Es ist die zweite Gewinnwarnung binnen nur sechs Wochen. Erst am 7. August hatte Zalando die Erwartungen der Anleger gedämpft. "Wir hatten zunächst einen sehr späten Start in die Sommersaison und dann plötzlich viel zu schnell sehr heißes Wetter", sagte damals Zalando-Vorstand Rubin Ritter.

Die Begründung für die neuerliche Prognosesenkung liest sich ähnlich: "August und September 2018 waren gekennzeichnet von hohen Temperaturen in ganz Europa." Dies habe die Nachfrage gedämpft und höhere Rabatte nötig gemacht. Zudem habe sich der Start der Herbst/Winter-Saison verzögert.

Gewissheit erst im November

Ob an der erneuten Prognosesenkung aber tatsächlich das Wetter schuld ist – oder ob die heißen Temperaturen nur als Ausrede herhalten müssen, um tiefer liegende strukturelle Probleme zu übertünchen: Am 6. November wissen wir mehr. Dann legt Zalando seinen Geschäftsbericht zum dritten Quartal vor.

Eines ist aber jetzt schon gewiss: Das Unternehmen dürfte es künftig schwerer haben, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.

Willkommen im Bärenmarkt

In einer ersten Reaktion bricht der Kurs der Zalando-Aktie heftig ein. Zu Handelsbeginn auf Xetra schmiert der MDax-Titel um bis zu 19,3 Prozent auf 33,80 Euro ein.

Seit ihrem Allzeit-Hoch im Juli bei 50,34 Euro hat die Zalando-Aktie damit rund 33 Prozent ihres Werts eingebüßt. Ab einem Kursverfall von 20 Prozent spricht man von einem Bärenmarkt.

ag