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Schwarze Null enttäuscht Zalando: Die schwierige Suche nach Gewinn

Stand: 18.10.2017, 08:41 Uhr

Der Online-Händler Zalando wächst und wächst. Zu Schuhen und Bekleidung kommen demnächst auch Kosmetikprodukte dazu. Doch die Expansion verschlingt soviel Geld, dass es am Ende nur für eine "schwarze Null" reicht - im günstigsten Fall.

Vom Trend zum Onlineshopping hat Zalando auch im dritten Quartal kräftig profitiert. Der Umsatz ist in den Sommermonaten zwischen 27,5 und 29,5 Prozent auf 1,064 bis 1,081 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Berliner Unternehmen am Morgen mit. Analysten hatten mit einem Plus von rund 26,5 Prozent gerechnet. "Wir setzen unsere Wachstumsstrategie mit Hochdruck um und gewinnen dabei weiter Marktanteile", sagte Co-Vorstandschef Rubin Ritter.

Die internationalen Zalando-Shops verzeichnen monatlich rund 200 Millionen Besuche, von denen rund 70 Prozent von mobilen Endgeräten kamen. Die Zahl aktiver Kunden stieg im gleichen Zeitraum auf 21,2 Millionen.

Investitionen haben ihren Preis

Zalando kündigte zugleich den Einstieg in den Markt für Beauty-Produkte an. Ab Frühjahr 2018 sollen beispielsweise Kosmetik, Hautpflege oder Parfüm angeboten werden. Die Produkte sollen zunächst in Deutschland verkauft werden, nach einer erfolgreichen Anlaufphase sollen weitere Märkte folgen. "Der Einstieg in den Markt für Beauty-Produkte ist für uns der nächste logische Schritt und spiegelt die Wünsche unserer Kunden wider", sagte Ritter.

Doch die Investitionen in Technologie- und Logistikinfrastruktur haben ihren Preis. So könnte zwischen Juli und Ende September den vorläufigen Zahlen zufolge beim bereinigten operativen Ergebnis ein Verlust angefallen sein. Das um Sondereffekte bereinigte Ebit beträgt im dritten Quartal zwischen minus fünf und plus fünf Millionen Euro, so das MDax-Unternehmen. Genaue Zahlen sollen am 7. November bekannt gegeben werden.

Aktie unter Druck

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Börse 9.05 Uhr: Zalando-Anleger nicht im Glück

Im Neunmonatszeitraum erwartet Zalando ein bereinigtes Ebit in Höhe von 97 bis 107 Millionen Euro bei einem Umsatz von 3,145 Milliarden bis 3,162 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 23,5 bis 24,1 Prozent entspricht.

Die Anleger reagieren enttäuscht auf die Zahlen, hatten sie doch im Schnitt mit einem operativen Ergebnis von zehn Millionen Euro gerechnet. Die Aktien verlieren vorbörslich bei Tradegate zunächst bis zu 4,2 Prozent, können ihre Verluste aber rasch verringern. Seit einem Tief im Juli hat die Aktie knapp 20 Prozent an Wert zugelegt.

lg