Zalando-Vorstände (l.-r.) Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider

Aktienoptionen gezogen Zalando-Chefs kassieren 50 Millionen Euro

Stand: 19.03.2019, 07:55 Uhr

Mit den Vergütungen für das vergangene Jahr katapultieren sich die drei Vorstände des Internet-Versenders in die Liga der Spitzenverdiener unter deutschen Managern. Möglich gemacht haben es Aktienoptionsprogramme.

Der drei Vorstände des MDax-Unternehmens Zalando Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter haben im vergangenen Jahr zusammen rund 50 Millionen Euro verdient. Das geht aus einer Veröffentlichung des Unternehmens hervor, über die die "FAZ" zuerst berichtete. Grund ist nicht das Festgehalt von jeweils 200.000, sondern gleich mehrere Aktienoptionsprogramme.

Laut der Zeitung haben die drei Co-Vorstandschefs nach der vom Corporate Governance Kodex empfohlenen Zuflussrechnung nämlich im Jahr 2018 insgesamt gut 50 Millionen Euro erhalten. Dem für Finanzen zuständigen Vorstand Rubin Ritter flossen 20,2 Millionen Euro zu, Gentz und Schneider jeweils knapp 15 Millionen.

Stillschweigen über Vorstandsvergütungen

Bislang hatte über die effektive Vergütung der Vorstände bei Zalando Stillschweigen geherrscht. Das Unternehmen hatte sich auf der Hauptversammlung über eine "Opt-out"-Regelung von der Berichtspflicht über mehrere Jahre befreien lassen. Die Fixgehälter der drei Vorstände lagen seit dem Börsengang von Zalando hatte nur je 200.000 Euro betragen.

Die Manager haben aber von Vergütungsprogrammen profitiert, die zum Teil bereits seit 2011 laufen. Dabei konnten Gentz, Schneider und Ritter Anteile am Unternehmen zu günstigen Preisen erwerben, die sich dann in den folgenden Jahren mit happigen Gewinnen veräußern durften. Dazwischen lag freilich eine mehrjährige Haltefrist.

Beim ersten Programm konnte laut "FAZ" jedes Vorstandsmitglied gut eine Million Aktien zum Preis von 5,65 Euro je Option erwerben. Es umfasste Optionsrechte zum Erwerb von 3,2 Millionen Aktien zum Preis von 15,63 Euro. Ritter hat danach Ende April 2017 Aktien in einem Volumen von 581.000 Euro gekauft, zum Preis von 5,65 Euro. Im August verkaufte er praktisch die gleiche Anzahl an Aktien, allerdings zu einem damaligen Aktienkurs von 39,59 Euro, was einem Volumen von rund vier Millionen Euro entspricht.

Ein kleiner Hang zum Risiko

Die Manager haben naturgemäß vom strammen Wachstumskurs ihres Unternehmens profitiert, der mit einem stetig kletternden Aktienkurs in den vergangenen Jahren einher ging. Ganz ohne Risiko waren die Deals für sie aber auch nicht.

Dass die Bosse des Internet-Versenders Risiken gegenüber nicht abgeneigt sind, zeigt die aktuelle Vereinbarung: Ihr Fixgehalt reduzierten die drei Manager seit Dezember auf 65.000 Euro. Dafür erhalten sie in den kommenden fünf Jahren Optionen für 1,75 Millionen Aktien. Die müssen wiederum zunächst vier Jahre gehalten werden. Der Glaube an die geschäftliche Zukunft von Zalando ist also bei den Vorständen durchaus fest.

AB