Sperrminorität aufgegeben Kinnevik macht Kasse bei Zalando

Stand: 16.06.2020, 09:44 Uhr

Fünf Jahre nach dem Börsengang von Zalando hat der Altaktionär Kinnevik seine Sperrminorität bei Europas größtem Modeversandhändler aufgegeben. Das macht der Aktie nach einer extrem starken Phase heute ziemlich zu schaffen.

Mit einem Abschlag von rund fünf Prozent gehört das Zalando-Papier zu den ganz wenigen Verlierern des heutigen Börsentages. Allerdings werden die Investoren das gut verschmerzen können, denn die Aktie des Online-Modehändlers zählt ganz gewiss zu den Profiteuren der Corona-Pandemie. Erst vor wenige Tagen erreichte die Aktie bei 66,02 Euro ein Rekordhoch. In den vergangenen drei Monaten hat die Aktie mehr als 90 Prozent zugelegt. Aktuell kostet sie etwas mehr als 58 Euro.

Der schwedische Investor Kinnevik hat also einen guten Zeitpunkt gewählt, um etwas Kasse zu machen. Er platzierte 11,25 Millionen Aktien bei institutionellen Anlegern und nahm damit 645 Millionen Euro ein. Das Paket entspricht 4,4 Prozent an Zalando. Kinnevik hält nach der Transaktion noch 21,3 Prozent an dem deutschen Unternehmen.

Zalando: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
76,00
Differenz relativ
+0,88%

Ein gutes erstes Quartal

"Mit dem Verkauf von Zalando haben wir unsere Finanzlage erheblich gestärkt und können so die sich bietenden Chancen der Leistungsträger unseres jüngeren Wachstumsportfolios nutzen", sagte Kinnevik-Chef Georgi Ganev. "Wir glauben, dass Zalando gut positioniert ist, um seine Position als führende europäische Online-Modeplattform auszubauen."

Die Aktionäre um Kinnevik und die Internet-Unternehmer Oliver, Alexander und Marc Samwer hatten vor fünf Jahren den Börsengang des 2008 gegründeten Onlinehändlers angeschoben. Bei einem Ausgabepreis von 21,50 Euro flossen Zalando mit dem Börsengang 605 Millionen Euro zu - platziert wurden rund elf Prozent. Die Altaktionäre Kinnevik und Samwer gaben damals keine Aktien ab.

Im ersten Quartal, das bereits zu einem Teil von dem Corona-Lockdown bestimmt war, kletterte der Umsatz um zehn Prozent. Die Zahl aktiver Kunden stieg um 17 Prozent auf fast 32 Millionen. Außerdem hob das Management die Umsatzprognose an.

Der schwedische Investor wurde 1936 gegründet, ist mittlerweile auf das digitale Geschäfts spezialisiert und besitzt derzeit Anteile an mehr als 25 Unternehmen aus dem Bereichen Food, Healthcare und Financial Services.

ts