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Wachstumsmarkt E-Recruiting Xing: Karrierenetzwerk im Wandel

Stand: 03.03.2019, 13:53 Uhr

Eigentlich war Xing dafür gedacht, berufliche Kontakte zu verwalten und wenn möglich neue Kontakte zu knüpfen. Noch bis vor ein paar Jahren bestand die größte Einnahmequelle des Karrierenetzwerks auch aus den kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaften. Doch nun baut Xing einen weiteren Geschäftsbereich aus und erzielt damit höhere Erlöse.

Mit dem Geschäft der digitalen Personalbeschaffung, dem "E-Recruiting", reagiert das Unternehmen auf den immer stärker um sich greifenden Fachkräftemangel. So hat sich die Burda-Tochter ganz auf die Veränderungen der Arbeitswelt spezialisiert und unterstützt Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern.

Wie funktioniert E-Recruiting mit Xing?

Xing bietet Unternehmen ein Servicepaket mit dem Namen "Xing E-Recruiting 360°" an. Dieses besteht aus mehreren Teilen, die einzeln nutzbar sind, sich jedoch in Kombination gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken, so Xing.

Mitarbeiter als Botschafter des Unternehmens

Ein Teil davon ist der Xing-Empfehlungsmanager. Dieser liest die Anforderungen, die an den Kandidaten gestellt werden, aus Stellenanzeigen des Unternehmens aus. Durch Algorithmen gleicht er diese mit dem Netzwerk der Mitarbeiter auf Xing ab. Das Unternehmen erkennt dadurch, wer aus seiner Belegschaft potenziell passende Kandidaten kennt.

Die Personalabteilung weist den Mitarbeiter darauf hin und dieser kann seinem Bekannten die Stellenbeschreibung weiterleiten. So werden Mitarbeiter zu Botschaftern des Unternehmens. "Mitarbeiterempfehlungen sind deswegen so effizient, weil sie so persönlich, authentisch und direkt sind wie keine andere Recruiting-Methode", so Frank Hassler, Geschäftsführer der Xing E-Recruiting GmbH & Co. KG.

Wünsche der Kandidaten werden berücksichtigt

Ein weiterer Teil ist der Xing Talentmanager. Dieser sucht selbständig auf der Plattform Kandidaten, die den Anforderungen des Unternehmens besonders entsprechen. Verschiedene Suchfilter ermöglichen den Zugriff auf sehr spezielle Informationen über den potentiellen Kandidaten wie Gehaltswünsche und persönliche Präferenzen. Die Unternehmen können anschließend mit diesen Kandidaten in Kontakt treten oder anonym auf deren Profilen stöbern.

Während die Stellenanzeige bei Xing geschaltet wird, erfolgt bereits ein Abgleich mit den auf der Plattform vorhandenen potenziellen Bewerbern. So können schon frühzeitig Gehaltswünsche und individuelle Präferenzen abgeglichen werden und müssen nicht erst beim Vorstellungsgespräch geklärt werden.

Zahlen sprechen für sich

Dass Xing mit diesem Geschäftsmodell auf Erfolgskurs ist, zeigen die Zahlen. 3.200 neue Firmenkunden konnten im Geschäftsjahr 2018 gewonnen werden. Die Zahl der gewerblichen Kunden stieg damit um mehr als ein Viertel auf über 11.000. Mit fast 50 Prozent (108,7 Millionen Euro) trägt das E-Recruiting-Geschäft zu den Gesamterlösen in Höhe von 232 Millionen Euro bei. Die Einnahmen aus den kostenpflichtigen Mitgliedschaften lagen im Jahr 2018 bei knapp 100 Millionen Euro.

Neuer Firmenname verbindet alle Unternehmensbereiche

Auf der Hauptversammlung im Juni plant Xing die Umwandlung seines Firmennamens zu "New Work". Dieser Schritt macht deutlich, dass sich das Unternehmen mit seinen verschiedenen Produkten und Tochterunternehmen ganz dem Thema "neue Arbeitswelt" widmet. 

Zu Xing gehört beispielsweise das Expat-Netzwerk Internations sowie  die Plattform Kununu, bei der Arbeitgeber von Beschäftigten bewertet werden können. Zu der jüngsten Übernahme zählt das Jobportal für IT-Fachkräfte "Honeypot". Anders als üblich bewerben sich bei dieser Plattform Firmen bei potenziellen Mitarbeitern. Mit einem Basiskaufpreis von 22 Millionen Euro ist dies die bisher größte Übernahme in der Geschichte von Xing.

Ein weiteres Angebot von Xing ist der klassische Stellenmarkt. Außerdem veranstaltet Xing Events zum Thema "Zukunft der Arbeit".

LinkedIn größter Konkurrent

Größter Konkurrent für Xing ist das international aufgestellte soziale Netzwerk LinkedIn. Die Tochter von Microsoft ist mit über 500 Millionen Mitgliedern in mehr als 200 Ländern und Regionen präsent. Xing konzentriert sich in erster Linie auf den deutschsprachigen Raum. Allein im ersten Quartal 2019 meldeten sich über eine halbe Million neuer Nutzer bei Xing an. Damit zählt Xing fast 16 Millionen Mitglieder. LinkedIn kommt auf rund zwölf Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum.

sts