Xerox und HP Inc.

Das nächste Kapitel Xerox will HP nun feindlich übernehmen

Stand: 27.11.2019, 07:50 Uhr

Der Drucker- und Kopierer-Konzern Xerox setzt bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten HP auf Konfrontation. Nun will man das Angebot direkt an die HP-Aktionäre richten. Vielleicht dreht HP aber auch den Spieß um.

Xerox bestätigte am Dienstag, seine über 30 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte direkt den HP-Aktionären unterbreiten zu wollen. Zuvor war Xerox beim HP-Verwaltungsrat abgeblitzt. Am Montag hatte das umworbene Unternehmen es zudem abgelehnt, Xerox Einblick in seine Bücher zu gewähren und so den Weg für weitere Verhandlungen erschwert. Für diesen Fall hatte Xerox bereits vergangene Woche gedroht, ein feindliches Übernahmeangebot in Erwägung zu ziehen.

David will Goliath

HP lehnt die Offerte von Xerox als zu niedrig und nicht im besten Interesse der HP-Aktionäre ab. Laut US-Medien bot Xerox 22 Dollar pro HP-Aktie, womit sich eine aktuelle Gesamtbewertung von über 33 Milliarden Dollar ergeben würde. Eine Fusion könnte den Hardware-Dinos, die mit dem Wandel der Branche ringen, frischen Schwung geben und die Kosten senken. Der Übernahmeplan ließ indes aufhorchen, da Xerox gemessen am Börsenwert viel kleiner als HP ist. So liegt der Börsenwert von Xerox gerade einmal bei acht Milliarden Dollar, der von HP aber bei 30 Milliarden.

HP zeigte sich besorgt, dass der Deal mit Krediten finanziert werden soll, was die Schulden des gemeinsamen Unternehmens stark erhöhen würde. HP erwägt daher nach eigenen Angaben, ein Übernahmeangebot für Xerox zu unterbreiten.

Hewlett-Packard hatte sich Ende 2015 aufgespalten. Neben HP Inc. agiert auch der Bereich Hewlett Packard Enterprise eigenständig, in dem Server- und Speicherdienste gebündelt sind.

ME/dpa/rtr