Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Dax angeschlagen Konjunktursorgen & Zollstreit trüben die Stimmung

Stand: 10.02.2019, 12:11 Uhr

In der kommenden Woche könnte es der Dax erneut schwer haben. Die konjunkturelle Lage wird immer mehr zur Belastung und im Handelsstreit zwischen China und den USA bleibt eine Lösung weiterhin ungewiss.

Auf Wochensicht büßte der Dax knapp 2,5 Prozent ein. Die gerade erst eroberte 11.000erMarke ist schon wieder unterboten worden. In den USA stieg der Dow um fast 0,2 Prozent, der S&P blieb faktisch unverändert und die Nasdaq legte um knapp 0,5 Prozent zu. Fachleute rechnen nicht damit, dass es in der kommenden Woche wieder signifikant aufwärts gehen wird. Konjunktursorgen und das Dauerthema Handelsstreit dürften die Kauffreude weiterhin dämpfen. „Anleger suchen derzeit wieder die Defensive“, fasste Analyst Gregor Kuhn von Emden Research die Lage zusammen.

Dax

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Dauerthema Handelsstreit

„Es zeigen sich Verzögerungen im US-chinesischen Handelsstreit“, schreiben die Fachleute der Helaba. An den Finanzmärkten werde befürchtet, dass der Konflikt zwischen beiden Volkswirtschaften nicht rechtzeitig vor Inkrafttreten neuer US-Strafzölle auf chinesische Waren Anfang März gelöst werden könne. In der kommenden Woche reist eine hochrangige US-Delegation unter Führung von Finanzminister Steven Mnuchin zu weiteren Gesprächen nach China, ein Treffen zwischen US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Jinping wird es wohl zunächst nicht geben.

Trotzdem gehen Beobachter davon aus, dass eine Einigung sehr wohl noch möglich ist.  Andernfalls drohe eine weitere Spirale in der Auseinandersetzung der beiden weltweit größten Volkswirtschaften, kommentiert DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier.

Donald Trump und Xi Jinping

Donald Trump und Xi Jinping. | Bildquelle: Imago

„Ökonomische Krise“

„Das größte Wirtschaftsrisiko geht vom lähmenden US-chinesischen Handelskonflikt aus“, meint auch Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank. Und das ausgerechnet in einem Moment, in dem die Konjunktursorgen ohnehin immer größer werden. „Es bewahrheiten sich mehr und mehr die Befürchtungen, dass die Weltwirtschaft ungebremst auf eine neue ökonomische Krise zusteuert“, sagte Volkswirt Carsten Klude von der Privatbank M.M. Warburg.

Wie es in den USA aussieht, werden Inflationszahlen, Umsatzdaten aus dem Einzelhandel und Produktionszahlen aus der Industrie zeigen. Grundsätzlich ist der Datenkalender aber mit etwas Vorsicht zu genießen, weil es kurzfristig zu Änderungen kommen kann. Nach der Aussetzung des Verwaltungsstillstands bis Mitte Februar könnten einige nachzuholende Konjunkturdaten kurzfristig in den Kalender rutschen.

USA-China

USA-China. | Bildquelle: colourbox.de

In der Eurozone stehen vor allem Daten zum Wirtschaftswachstum im Fokus. So werden in Deutschland und der Eurozone insgesamt Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) veröffentlicht. In Deutschland droht im vierten Quartal sogar ein Rückfall in die Rezession, da die Wirtschaft im dritten Quartal bereits geschrumpft war.

Nach Einschätzung der Dekabank ist die Prognose für das vierte Quartal von ungewöhnlich hoher Unsicherheit belastet. Die Experten verweisen auf Sonderfaktoren wie die Probleme in der Automobilindustrie und das Niedrigwasser. Zudem habe es erhebliche Statistikprobleme bei den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion gegeben. Die bisher veröffentlichten Daten würden auf Stagnation im vierten Quartal hindeuten.

Wie läuft die Berichtssaison?

Baader-Bank-Experte Robert Halver unterstreicht: Die Gleichung „Schwächere Konjunktur = ultralockere Geldpolitik“ ist ein wichtiger Punkt auf der Habenseite der Aktienbörsen. Die Liquiditätshausse ist alles andere als tot.“

Die Berichtssaison hat bislang kaum überzeugt, trotzdem bleiben die Firmenbilanzen ein Faktor:  Am Mittwoch berichtet die Deutsche Börse über den Geschäftsverlauf im Schlussquartal 2018. Einen Tag später legen die Commerzbank Gerresheimer, Bilfinger und Airbus Zahlen vor. Den Abschluss der auch mit Zwischenberichten von vielen Firmen aus dem europäischen Ausland vollgepackten Woche macht am Freitag die Allianz.

ts