Mann vor Fernglas

Hoffen auf eine Trendwende Ist die Warteschleife bald vorbei?

Stand: 25.10.2020, 11:01 Uhr

Das zähe Ringen um ein Corona-Konjunkturpaket in den USA und die überall steigenden Neuinfektionen machen die Investoren nervös. Doch in der neuen Woche gibt es Hoffnung auf Besserung - dank Halloween.

In den vergangenen 26 Jahren seien nämlich die Aktienkurse in den Tagen rund um Halloween in 80 Prozent der Fälle gestiegen, schreiben die Experten von CMC Markets und verweisen auf entsprechende Untersuchungen. So habe der US-Leitindex S&P 500 in den letzten vier Oktober- und den ersten drei November-Tagen der letzten vergangenen 22 Jahre um durchschnittlich 2,11 Prozent zugelegt. Gleichzeitig beginne nach Halloween statistisch gesehen die stärkste Phase des Jahres, die bis Januar andauere.

Ob sich die Kurse auch in diesem Jahr so verhalten weiß natürlich niemand, sorgen doch weltweit steigende Corona-Zahlen,, der hitzige Wahlkampf in den USA sowie das Ringen um ein 2-Billionen-Dollar-Hilfspaket in Amerika für Unsicherheit.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
13.335,68
Differenz relativ
+0,37%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
29.959,27
Differenz relativ
+0,40%
S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
3.642,09
Differenz relativ
+0,51%

"In einer Art Warteschleife"

"Wir befinden uns zu diesem Zeitpunkt in einer Art Warteschleife... wir warten immer noch darauf, dass etwas in Washington herauskommt", sagt Paul Nolte, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Kingsview Asset Management mit . Nach Aussagen vom Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, sind die Gespräche der Republikaner und der oppositionellen Demokraten auf ein neue Konjunkturhilfen in eine neue und intensivere Phase eingetreten. Trump und Finanzminister Steven Mnuchin betonten jedoch, dass die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, Kompromisse eingehen müsse.

Einer der größten Belastungsfaktoren der Aktienmärkte ist natürlich die Ausbreitung des Coronavirus und die darauf folgenden Schutzmaßnahmen. "Außerdem befinden wir uns mitten in der Bilanzsaison. Zählt man noch den Brexit hinzu, gibt es mehr als genügend Gründe für eine anhaltende Seitwärtsbewegung der Kurse.", sagt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Gut möglich also, dass der Dax weiter - wie bereits seit Wochen - orientierungslos zwischen 12.500 und 13.000 Punkten hin und her schwankt.

Was macht die EZB?

Auf der anderen Seite gab es in den letzten Tagen aber auch wieder Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus im ersten Quartal 2021. Zudem bleiben die Zinsen bei Null, so dass es den Finanzmärkten und der Wirtschaft nicht an Liquidität mangelt.

Christine Lagarde

Christine Lagarde. | Bildquelle: imago images/Xinhua

Mittelfristig besteht die Erwartung weiterer Anreize seitens der Europäischen Zentralbank (EZB). Deren Führung trifft sich am Donnerstag zu ihrer turnusgemäßen Ratssitzung. Experten gehen zwar davon aus, dass die Währungshüter vorerst ihre Geldpolitik unverändert lassen werden. Wegen der grassierenden Pandemie und der sich wieder verschlechternden Konjunktur könnten die Notenbanker unter der Führung von Christine Lagarde erste Hinweise auf zusätzliche Hilfen, etwa eine Ausweitung der Wertpapierkäufe, geben.

Halbes Dutzend Dax-Firmen öffnet die Bücher

Für Bewegung dürften in der neuen Woche außerdem die unzähligen Quartalszahlen sorgen. Allein aus dem Dax berichtet ein knappes Dutzend Firmen über die Geschäftsentwicklung in den Sommermonaten. Dabei dürfte es angesichts der zuvor gesenkten Prognosen, einige positive Überraschungen geben.

ZU den Firmen, die ihre Zahlen vorlegen gehören SAP, die Deutsche Bank und Volkswagen. Auch BASF, der Essenslieferdienst Delivery Hero, der Triebwerksbauer MTU sowie die Fresenius-Familie geben einen Einblick in ihre Bilanzen. In den USA öffnen die Technologie-Giganten Amazon, Apple, Facebook, Microsoft sowie die Google-Mutter Alphabet ihre Bücher.

Zahlreiche Konjunkturdaten

Ifo Geschäftsklimaindex September 2020

Ifo Geschäftsklimaindex September 2020. | Bildquelle: ifo, Grafik: boerse.ARD.de

Bei den Konjunkturdaten dürfte sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die US-Konsumausgaben richten, die am Freitag veröffentlicht werden. Die Kauflaune der dortigen Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Diesseits des Atlantik gibt der Ifo-Index am Montag Auskunft über die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen. Die wegen der Pandemie wieder verschärften Restriktionen dürften sich hier niederschlagen, prognostiziert Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Vergleichbare Daten auf europäischer Ebene folgen am Donnerstag. Dann wird auch der Index für das Verbrauchervertrauen veröffentlicht.

lg